Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t37: b) Der Mond
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t37
- Language
- German
b) Der Mond
c7.s2.t37.1
(Agnip. 120. 13 ff., Brahmāṇḍap. Pū. Bhā. 23. 51 ff., Garuḍap. 58. 22 ff., Kūrmap. 43, Liṅgap. 56. 1 ff., Matsyap. 126. 40 ff., Vāyup. 52. 49 ff., Viṣṇup. II. 12. 1 ff.)
c7.s2.t37.2
Die Bahn des Mondes liegt 100 000 Yojana über der Sonnenbahn. Sein Wagen hat drei Räder mit je hundert Speichen und ist mit zehn Pferden bespannt. Diese sind weiss wie Jasmin, mager, gedankenschnell, finden keinen Widerstand und einmal angeschirrt, laufen sie bis zum Ende des Kalpa. Pferde sowie Wagenlenker entstehen aus dem Schosse der Gewässer. Die Namen der Pferde sind nach dem Brahmāṇḍa-, Matsya- und Vāyup. folgende:
c7.s2.t37.3
| Brahmāṇḍap. Pū. Bhā. 23. 56 f. | Matsyap. 126. 52 | Vāyup. 52. 53 |
| Yajuh | Aja | Yayuh |
| Caṇḍamanas | Tripatha | Trimanas (Wilson: |
| Vṛṣa | Vṛṣa | Vṛṣa [Citramanas) |
| Vājin | Vājin | Rājin |
| Nara | Nara | Bala |
| Gaviṣṇu | Amśumat | Vāma |
| Vikhyāta (?) | Saptadhātu | Turaṇya |
| Haṃsa | Haṃsa | Haṃsa |
| Vyoma | Vyoma | Vyomin |
| Mṛga | Mṛga | Mṛga |
c7.s2.t37.4
Sie fahren den Mondgott nach dem Ende des Tages an den Nakṣatra vorbei, die in Gruppen (Vīthī) eingeteilt sind.
c7.s2.t37.5
Abnahme und Zunahme werden folgendermassen erklärt. Der Mond enthält Nektar und Ambrosia, das während eines halben Monats (bei Mondzunahme) von dem Sonnenstrahl Suṣumna ¹) in ihm angefüllt wird. 36 333 Gottheiten geniessen dasselbe als ihre Nahrung und sind deshalb unsterblich. Ist der Mond von ihnen vom 2. bis zum 14. Tage der Mondabnahme bis auf eine Kalā (¹/₁₆) ausgetrunken und nur mehr die Mondsichel in Gestalt von zwei Fingern der Mondsichel enthalten ist, aus. Ist der Nektar am Tage der Konjunktion verschwunden, so sind die Väter, die in die drei Klassen der Saumya, Barhiṣad und Agniṣvātta zerfallen, wieder für einen Monat gesättigt. Am Tage der Konjunktion tritt der Mond in den Kreis der Sonne und wohnt in dem Strahl, der Amā heisst, weswegen die Neumondzeit Amāvāsya (Wohnen in Amā) genannt werden soll. Hier ist er einen Tag und eine Nacht in das Wasser eingetaucht. Von da tritt er in die Äste und Sprösslinge der Bäume ein und von da geht er zur Sonne. Wenn nun jemand einen Ast abschneidet oder ein Blatt abbricht zu der Zeit, wo der Mond unsichtbar ist, also in den Bäumen sein soll, wird er des Brāhmaṇemordes für schuldig gehalten. Während der zunehmenden Mondhälfte wird dann wieder bis zum Tage des Vollmondes Kalā um Kalā angefüllt. In der geschilderten Weise erhält der Mond in der lichten Monatshälfte die Götter, in der dunklen die Väter, er erhält die Pflanzen, indem er seinen kalten Nektar in Gestalt von Wassertropfen, womit der Tau gemeint ist, über sie ausgiesst, und ernährt durch diese Menschen und Tiere.
c7.s2.t37.6
¹ Es finden sich in den Purāṇa bei der Schilderung des Mondes verschiedentlich Varianten dieses Namens.
c7.s2.t37.7
Der Mond ist der Planet mit der kürzesten Umlaufszeit, da er in 28 Tagen den ganzen Kreis der Nakṣatra durchwandert, wobei auf jedes Nakṣatra die Zeit von rund 30 Muhūrta, also von einem Tage kommt ¹).
c7.s2.t37.8
¹ Bhāgavatap. V. 22. 8 f.
Linked texts (9)
- Matsyapurāṇa — Vyāsa, Sanskrit
- Agnipurāṇa — Vyāsa, Sanskrit
- Bhāgavatapurāṇa — Vyāsa, Sanskrit
- Viṣṇupurāṇa — Vyāsa, Sanskrit
- Brahmāṇḍapurāṇa — Vyāsa, Sanskrit
- Garuḍapurāṇa — Vyāsa, Sanskrit
- Vāyupurāṇa — Vyāsa, Sanskrit
- Liṅgapurāṇa — Vyāsa, Sanskrit
- Kūrmapurāṇa — Vyāsa, Sanskrit