Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t47.9
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t47.9
- Language
- German
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Beschreibung der Höllen und ihrer Qualen. Die Hölle Mahāvīci ist 10 000 Yojana breit, ist mit Blut überschwemmt und mit diamantenen Dornen versehen. 100 000 Jahre lang wird von diesen der Mörder von Kühen zerrissen. Kumbhīpāka ist 100 000 Yojana gross und enthält einen glühenden von (glühendem) Sand und Kohlen umgebenen Kupferkessel, in dem Brāhmaṇenmörder, Landräuber und Pfandhinterzieher bis zum Weltuntergange geschmort werden. Raurava ist 60 000 Yojana lang und breit und ist mit glühenden Pfeilen bedeckt. Falschzeugen werden hier wie Zuckerrohr gepresst. Die Hölle Mañjūṣa ist aus glühendem Eisen; in dieselbe werden die geworfen, die Gefangene ergriffen haben. Die Hölle Apratiṣṭha ist mit Eiter, Kot und Urin angefüllt, kopfüber stürzt in sie hinein, wer einen Brāhmaṇen gequält hat. Vilepaka enthält glühenden Lack; hier brennen die Brāhmaṇen, die berauschende Getränke genossen haben. In der Hölle Mahāprabha ist ein grosser glühender Pfahl, mit dem alle Gattenmörder durchbohrt werden. Furchtbar ist die Hölle Jayantī und der eiserne Felsen (ayasī śilā); auf diesen muss der Böse hinaufsteigen, der fremde Weiber besucht hat. In der Hölle Śālmala steht der Śālmali-Baum mit starken glühenden Dornen; diesen muss das Weib, das zu vielen Männern gegangen ist, umarmen. Die die Unwahrheit reden, um andern die Ehre abzuschneiden, denen wird von den Dienern Yama’s die Zunge abgeschnitten.
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Die mit Leidenschaft und lüsternen Blicken ein fremdes Weib angesehen haben, denen werden die Augen mit Pfeilen durchstochen, ferner denjenigen, die mit Mutter, Schwester, Tochter oder Schwiegertochter in unsittlicher Weise verkehrt haben. Ein Flammenmeer ist die Hölle Mahāraurava, 14 000 Yojana gross. Wer Stadt, Land, Haus oder Dorf gebranntschatzt, brennt hier während eines ganzen Kalpa, und die Mörder an Weibern, Kindern und Greisen werden gequält, so lange 14 Indra regieren. Tāmisra ist 100 000 Yojana breit und furchtbar durch die ständig niederfallenden Schwerter, Speere und Hämmer. Hier werden Diebe hineingeworfen und von den Dienern Yama’s mit Spiessen, Speeren, Keulen und Schwertern bis zu 300 Kalpa hindurch gepeinigt. Doppelt so gross wie Tāmisra ist Mahātāmisra, voll von Blutegeln und Schlangen und lichtlos; wer Mutter, Vater, Freund oder Vertrauten getötet hat, wird hier zerfleischt, so lange die Erde steht. Asipatravana ist eine sehr böse Hölle, 10 000 Yojana breit und voll flammender Schwerter, durch deren Herabfallen der Freundesmörder zerschnitten wird bis zum Weltuntergange. Die Hölle Karambhavālukā ist 10 000 Yojana gross, gleicht einem Brunnen und ist mit glühendem Sand, Kohlen und Dornen angefüllt; 300 000 000 Jahre wird hier gebrannt und zerspalten, wer mit falschen Mitteln einen Menschen verbrannt hat. Kākola ist von Würmern und Jauche überschwemmt; in diese Hölle wird der geworfen, der für sich allein leckere Speise isst.
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Die Hölle Kuḍmala ist voll von Koth, Urin und Blut und für die bestimmt, die die fünf Opfer nicht dargebracht haben. Sudurgandha ist ganz furchtbar, voll von Fleisch und Blut und ist für die Bösen, die sich an Speisen ergötzt haben, die sie nicht geniessen durften. Die Hölle Mahāvaṭa ist voll von Würmern und Insekten, voll von Leichnamen; hier stürzt kopfüber der Mädchenverkäufer hinein. Tilapāka ist eine furchtbare Hölle; wie Sesam werden hier gepresst, die sich an den Schmerzen anderer erfreut haben. Die Hölle Tailapāka ist mit glühendem Öl überschwemmt; in ihr wird gepeinigt, wer Freund oder Schutzbefohlenen getötet hat. Vajrakapāṭa hat Ketten aus Diamant, mit denen erbarmungslos die gequält werden, die Milch verkauft haben. Nirucchvāsa ist in tiefe Finsternis gehüllt und ohne Luftzug; hier wird der hineingeschleudert, der Geschenke an Brāhmaṇen verhindert. Aṅgāropacaya leuchtet auf von glühenden Kohlen; hier wird der gebrannt, der einem Brāhmaṇen eine Gabe versprochen, ihm dieselbe aber nicht gegeben hat. Mahāpāyi ist 100 000 Yojana breit; hier werden jene kopfüber hineingestürzt, die stets die Unwahrheit gesagt haben. Mahājvāla leuchtet von Flammen; wer an Böses denkt, wird hier sehr lange gebrannt. In der Hölle Krakaca werden die Männer, die verbotenen Geschlechtsverkehr geübt haben, mit diamantharten Sägen bearbeitet. Die Hölle Guḍapāka ist bedeckt mit Teichen glühender Kugeln; in diese wird der hineingestossen, der die Kasten vermischt hat.
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Die Hölle Kṣuradhāra hat scharfe Messer, die bis zum Ende eines Kalpa die zerschneiden, die Brāhmanen-Land geraubt haben. Ambariṣa glüht durch das Weltuntergangsfeuer, 100 Koṭi von Weltperioden wird hier ein Goldräuber gebrannt. Vajrakuṭhāra ist voll von Äxten aus Diamant; hier werden die gespalten, die Bäume fällen. Die Hölle Paritāpa glüht durch das Weltuntergangsfeuer; der Giftmischer und Honigräuber wird hier gebraten. Kālasūtra ist aus einer diamantenen Schnur verfertigt; die das Getreide anderer geplündert haben, werden hier beim Umhergehen zerrissen. Kaśmala ist bedeckt mit Schleim und Rotz; der schnaps- und Fleischliebhaber wird ein Kalpa hier hineingestürzt. Ugragandha enthält Speichel, Harn und Kot; sie ist bestimmt für die, den Manen nicht die vorgeschriebenen Mehlklöse dargebracht haben. Durdhara ist voll von Blutegeln und Skorpionen; 10 000 Jahre muss der hierin stehen, der von Bestechung gelebt hat. Die Hölle Vajramahāpīḍā ist aus Diamant; Diebe werden hier gepeinigt und gebrannt. Je nach Art ihres Diebstahls ist ihre Strafe hier eine verschiedene. Mag einer im Leben in Gedanken, Worten oder Werken sündigen, in der Welt des Yama mit ihren Tausenden und Millionen Höllen erlangt er seine Strafe.