Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c9.s1.1
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c9.s1.1
- Language
- German
c9.s1.1
Die Jaina haben eine eigenartige Anschauung von der äusseren Form des Weltalls. Sie stellen sich dasselbe vor als eine gewaltige Spindel, die auf der Hälfte einer zweiten grösseren Spindel ruht. Oder sie vergleichen dasselbe mit drei Schalen, von denen die Bodenfläche der untersten umgekehrten Schale von der Bodenfläche der mittleren etwas kleineren bedeckt, und diese wieder von der obersten ebenfalls umgekehrten Schale genau zugedeckt wird. Ferner vergleichen sie dieselbe in ganz ähnlicher Weise mit Trommeln. Die untere Hälfte soll einer Trommelhälfte (murajārdha) und die obere einer ganzen Trommel gleichen ¹). Endlich vergleichen sie die Welt auch mit der Gestalt eines Menschen. In der Hüftgegend oder nach den anderen Vergleichen an der Berührungsstelle der Spindeln, Schalenböden oder Trommeln wird die Erde gedacht. Im Raum darunter liegen die Höllen, in dem darüber die Himmel. Um sich von den Dimensionen des Weltgebäudes eine Vorstellung zu machen, wenden die Jaina ein Mass an, das sie sich in phantastischer Weise erdacht haben. Die Rajju, wie sie dieses Mass nennen, bezeichnet nämlich die Strecke, die ein Gott innerhalb sechs Monaten durchfliegt, wenn die Strecke, die er in einem Augenblick zurücklegt, 2 057 152 Yojana beträgt ²). Die Höhe der Welt von der Basis bis zur Spitze beträgt 14 Rajju, die Höhe von der Basis bis zur Erde beträgt 7 Rajju, und die von der Erde bis zur Spitze des Weltalls ebenfalls 7 Rajju ³).