Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c16.9
Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c16.9
- Language
- German
c16.9
p. 47 oben. Interessant ist zu sehen, dass in den beiden, vom Râmopâkhyâna abgesehen, ältesten Bearbeitungen des Inhaltes des Râmâyaṇa, nämlich im Raghuvamça und Setubandha, zwar die oben erwähnten Wiederholungen zum Teil vermieden werden, dass aber trotzdem das Bestehen derselben zu jener Zeit erkannt werden kann. In beiden Kunstgedichten findet sich die Heilung durch Garuḍa (Raghuv. 12, 76; Setu 14, 56), im Raghuv. 12, 78 nur die erste Heilung durch den Kräuterberg, im Setu. 15, 47 dagegen nur die zweite. Ferner wird im Raghuv. 12, 74. 75 nur die erste Täuschung der Sîtâ durch den hervorgezauberten Kopf Râma's erwähnt, nicht die zweite, als ihr Râma und Lakshmaṇa durch Indrajit's Pfeile gebunden und scheinbar tot daliegend gezeigt wurden. Aber Kâlidasa hat auch die letztere gekannt; denn er lässt Trijaṭâ, die in der zweiten Täuschungsscene vorkommt, die Rolle der Trösterin übernehmen. Ebenso im Setu, der zwar die zweite Täuschungsscene erwähnt, aber an dieser Stelle keine Trösterin der Sîtâ nennt. Es ist also nicht zu bezweifeln, dass schon dem Kâlidasa das Râmâyaṇa in derselben, oder höchstens nur wenig abweichenden, Gestalt vorlag, in der es auf uns gekommen ist; denn aus seiner Erzählung und aus seinen Andeutungen lässt sich mit Sicherheit schliessen, dass er auch das vollständige Uttarakâṇḍa kannte. Doch ist sein Zeugnis für unsere Untersuchung nicht von grosser Bedeutung, da wir das viel ältere Zeugnis des Mahâbhârata besitzen
Cites (2)
- Setubandha — Pravarasena II, Māhārāṣṭrī Prakrit
- Raghuvaṃśa — Kālidāsa, Sanskrit