Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c4.s2.37
Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c4.s2.37
- Language
- German
c4.s2.37
Für den Augenblick wirkt dies Mittel: die Feinde werden bestürzt, Râma mutlos, bis Vibhîṣaṇa die Erklärung giebt. Diese Begebenheit ist durchaus dem Charakter der in ihr wirkenden Personen angemessen und dient dazu, deren Leidenschaften drastisch uns vor Augen zu führen. Dagegen sind jene beiden vorhin besprochenen Scenen, die dasselbe Motiv nur in umgekehrter Anwendung enthalten, ohne äussere und innere Berechtigung. Denn wozu sollte Râvaṇa die Sîtâ an den Tod Râma’s glauben machen, wenn dieser Glaube nur von kürzester Dauer sein konnte? Sie wird sich darum ihm doch nicht auf Knall und Fall ergeben. Râvaṇa’s Betrug bezweckt nur, die Frau zu quälen, die er begehrt, und das ist des grossen Dämonen durchaus unwürdig. Aber den Sängern genügte es, eine spannende Situation zu erfinden und durch die Klagen der Sîtâ zu rühren.