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Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c4.s2.40

Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c4.s2.40

Language
German

c4.s2.40

Im 74. und 101. Gesange wird in ziemlich übereinstimmender Weise erzählt, wie Hanumat, um die vier Heilkräuter zu holen, 1000 Meilen durch die Luft fliegt, an dem bezeichneten Orte zwischen Kailâsa und Ṛiṣabha die Heilkräuter nicht findet, und dann mit dem ganzen Kräuterberge beladen nach Laṅkâ zurückkehrt. Die kürzere Schilderung in 101 setzt die längere in 74 voraus ¹); diese ist aber zum Teil in Triṣṭubh gedichtet, was immer ein Zeichen späterer Abfassung ist. Noch ein anderer Grund spricht aber gegen ihre Echtheit. Der Sprung Hanumat's über das Meer, um nach Laṅkâ zu gelangen, wird von dem Dichter als eine ungeheure That weitläufig erzählt; würde derselbe Dichter eine noch viel wunderbarere und unglaublichere Leistung Hanumat's in so summarischer Weise abthun? Sicherlich nicht! Er würde dem Eindrucke, den die erste Leistung gemacht hat, durch die Erzählung einer noch grösseren Abbruch thun. Dagegen würde ein Rhapsode seinen Stolz darein setzen, durch eine neue Erfindung die alte Erzählung zu übertrumpfen; zugleich wird er gerne die Gelegenheit benutzen, aus der letzteren solche Züge, die besonderen Beifall finden, seiner Dichtung einzuverleiben (vergl. VI 74, 45 ff. mit V 1, 10 ff.). Noch einmal, nämlich im 50. Gesange, wird ein Anlauf genommen, Hanumat nach den Heilkräutern abzusenden. Aber die Erzählung wird nicht durchgeführt, sondern Garuḍa erscheint als deus ex machina und heilt Râma und Lakshmaṇa von dem Pfeilzauber. Das ist offenbar die ältere Gestalt der Erzählung; die Heilung durch die von Hanumat in wunderbarer

Cites (1)