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Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c4.s2.47

Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c4.s2.47

Language
German

c4.s2.47

Wir dürfen annehmen, dass ähnliche Vorgänge, wie die eben geschilderten, des öfteren eingetreten sind: Variationen eines Themas wurden als Originalstücke betrachtet und dann benutzt, um die Erzählung weiter auszuspinnen, und um Gelegenheit für neue Zusätze oder Episoden zu schaffen. Ein lehrreiches Beispiel dafür findet sich im 2. Buche. Nachdem die Verbannten Ayodhyâ und die Ihrigen verlassen hatten (40), werden in Gesang 41—44 die Vorgänge in Daçaratha's Palast geschildert. Im 42. Gesange wird erzählt, wie der König, nachdem er seinen Sohn aus den Augen verloren hatte, ohnmächtig zur Erde stürzt. Kausalyâ und Kaikeyî stützen ihn; er verstösst Kaikeyî und ihren Anhang. Dann kehrt er allein, unter Klagen, zurück und lässt sich in Kausalyâ's Wohnung führen. Dort bricht er in neue Klagen aus. Zuletzt erblindet er und sagt zur Kausalyâ: „Ich sehe dich nicht, Kausalyâ, berühre mich mit deiner Hand: mit Râma schwand mein Augenlicht und kehrt noch immer nicht zurück.“ 42, 34. Die poetische Gerechtigkeit erfordert, dass der greise König jetzt sein Leben aufgebe: die Trennung von seinem geliebten Sohne musste dem trostlosen Vater den Todesstoss versetzen; das war offenbar die Intention des Dichters. Dass er diesen Gedanken gehabt habe, ergiebt sich aus 51, 14. Dort äussert nämlich Lakshmaṇa, der mit Guha die erste ¹) Nacht Wache hält:

Cites (1)