Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c4.s2.7
Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c4.s2.7
- Language
- German
c4.s2.7
Die Erwähnung des Vindhya hier und in 49, 15 ist sehr auffällig. Man muss daraus entnehmen, dass Hanumat mit seinen Affen hauptsächlich den Vindhya nach der Sītā absuchte. Und dass dies der Gedanke des Dichters war, ersieht man auch noch aus 53, 3. Dort erblicken nämlich die Affen den Ocean am Fusse des Vindhya (Vindhyasya tu gireḥ pāde . . . upaviṣṭāḥ) und beschliessen, weil die Frist zur Rückkehr abgelaufen ist, das prāyopaveçanam zu machen. Die Absuchung des Vindhya würde nun dem Auftrage, den Süden zu durchforschen, widersprechen, denn wir müssen uns dies Gebirge weit nördlich von Kiṣkindhā denken. Dem liesse sich nun entgegenhalten, dass in der Beschreibung des Südens im 41. Gesange zuerst der Vindhya genannt wird v 8. Aber es ist zu beachten, dass die Schilderung der Weltgegenden nicht den Ort, in welchem sich Sugrīva befindet, zum Ausgangspunkt hat, sondern das Gangesland ¹), die Heimat des Dichters dieses Stückes. Diese Verrückung des Standpunktes ist ein neuer Grund für die Unechtheit des Stückes; denn von dem ursprünglichen Dichter darf man wohl voraussetzen, dass er sich soweit in die von ihm geschilderte Situation versetzen konnte, dass er derartige Missgriffe vermieden hätte. Fällt das oben bezeichnete Stück weg, so erhält Hanumat nur den Auftrag Sītā ausfindig zu machen, und nicht den, eine bestimmte Weltgegend abzusuchen. Und damit lässt sich der Wortlaut in den beiden ältesten Inhaltsübersichten im 6. und 1. Buche wohl vereinigen. Es heisst nämlich VI 126, 40:
Cites (1)
- Vālmīkirāmāyaṇa — Vālmīki, Sanskrit