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Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c4.s2.91

Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c4.s2.91

Language
German

c4.s2.91

Es ist äusserst wahrscheinlich, dass unmittelbar nach der Beschreibung des Daçaratha die Nennung seiner Söhne im 18. Gesange erfolgte. Alles was zwischen dem 6. und 18. Gesange liegt ist später hinzugefügt worden, wie die in diesem Teile enthaltenen Widersprüche beweisen, auf die Holtzmann aufmerksam gemacht hat. Dafür, dass wir im 18. Gesange wieder auf Bruchstücke des alten Gedichtes stossen, spricht unverkennbar die wörtliche Übereinstimmung einiger Verse desselben, und die grosse Ähnlichkeit anderer mit solchen im ersten Gesange des zweiten Buches. Denn da, wie Holtzmann gezeigt hat, die ursprüngliche Erzählung mit dem zweiten Buche anhebt, so dürfen wir in seinem Anfange Bruchstücke von dem Anfange des alten Gedichtes erwarten; allerdings nicht den ganzen Anfang, da ein Teil desselben zur Eröffnung des erweiterten Werkes, wie es uns jetzt vorliegt, verwandt worden ist; noch auch ohne Veränderung, da Rücksicht auf den Inhalt des zugefügten ersten Buches genommen werden musste. Die gleichen und ähnlichen Verse in I 18 lassen also erkennen, dass dort der alte Text auseinander gerissen worden ist. Wenn ich versuche die disiecta membra poetae wieder aneinanderzufügen, so bin ich mir der problematischen Natur meiner Rekonstruktion wohl bewusst: sie soll eben nur zeigen, wie etwa nach dem uns vorliegenden Material der ursprüngliche Text ausgesehen haben mag. Also, da die Erzählung von der wunderbaren Geburt der Söhne der späteren Dichtung angehört, so schliesst sich der Vers 18, 16, in dem berichtet wird, dass dem Daçaratha vier Söhne geboren wurden, natürlich an die Nennung Daçaratha’s als König von Ayodhyâ an. Darauf mussten die Namen der Söhne genannt werden; das geschieht in Vers 21, 22 so, dass in geschickter Weise auch Vasisṭha eingeführt und die Namen der Mütter angedeutet werden. Nur der Name der Kausalya fehlt; er wird aber später nachgetragen (II 1, 8 = I 18, 12), wo die Erzählung zur Hauptperson, zu Râma, überging. Es folgte auf diesen Vers offenbar das Enkomion Râma’s, sei es, wie es im 18. Gesange des ersten Buches (etwa v. 27—33) oder im ersten des zweiten Buches steht (etwa v. 10—15). Darüber will ich mich nicht in Vermutungen verlieren. Nur das möchte ich noch hervorheben, dass die eigentliche Handlung bald nach der erörterten Einleitung beginnen musste, mit dem Verse der jetzt II 1, 36 steht:

Cites (1)