Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c5.s7.2
Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c5.s7.2
- Language
- German
c5.s7.2
¹ Fraglich ist es natürlich, ob gerade die genannten Personen von dem Geschick getroffen wurden, das im Râmâyaṇa erzählt wird. Vielleicht ist die Erzählung nur an berühmte Namen aus dem Hause der Ikshvâkuiden angeknüpft worden. Ikshvâku, Daçaratha und Râma werden ja schon im Ṛig Veda genannt, aber einzeln und so, dass kein Verhältnis zwischen ihnen, noch etwas anderes von ihnen aus ihrer Nennung geschlossen werden könnte, als dass sie berühmte oder mächtige Könige waren. Die betreffenden Stellen sind X 60, 4. I 126, 4. X 93, 14. Ich will nicht bestreiten, dass einzelne Motive dieser Sage einen mythologischen Zug zum Hintergrund haben mögen. Dahin gehört vielleicht die Verbannung Râma's auf vierzehn Jahre in den Wald, die ihr Gegenstück in der 13jährigen Verbannung der Paṇḍuinge hat. Dass ein Prinz, der in seiner Heimat keine Stelle fand oder aus ihr verdrängt wurde, auszieht und sich anderswo eine Herrschaft gründet, dafür liefert die Geschichte von Râjasthan zahlreiche Beispiele. Bot vielleicht nur so viel die ursprüngliche Sage, von der die im Râmâyaṇa vorliegende die letzte Umgestaltung ist, und hat sich hier später ein mythologisches Motiv zugesellt? Man könnte vielleicht vermuten, dass die ursprüngliche Sage von der Auswanderung eines Ikshvâkuiden-Fürsten (Râma) aus den Stammsitzen an der Ikshumatî erzählte und mit der Gewinnung des Landes Kosala an der Sarayû endete; später aber, als die alte Heimat fast vergessen war, wäre dann Daçaratha nach Ayodhyâ versetzt worden. So würde sich die Rolle der Kaikeyî erklären und die Erziehung des Bharata und Çatrughna bei dem Könige der Kekaya; der vertriebene Prinz hätte dann in der Heimat seiner Mutter, der Kosalerin, Zuflucht und eigene Herrschaft gefunden etc. etc. Doch ist es leicht, Vermutungen hierüber aufstellen, aber unmöglich, Beweise dafür vorzubringen.
Cites (1)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit