Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c6.22
Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c6.22
- Language
- German
c6.22
38. Viçvâmitra erzählt weiter: Sagara, König von Ayodhyâ, hatte 2 Frauen: Keçinî, Tochter des Vidarbhakönigs, und Sumati, Tochter Arishṭanemi's (Kaçyapa's), Schwester Suparṇa's. Um Nachkommenschaft zu erlangen, thut er Busse am Bhr̥iguprasravaṇa. Endlich erscheint Bhr̥igu und verleiht der einen Frau einen Stammhalter, der andern 60000 Söhne. Keçinî wählt sich den Stammhalter und gebiert Asamanja, Sumati wählte die 60000 Söhne und gebiert einen Kürbis, in dessen Innern 60000 Männlein sich fanden, die von Ammen in Flaschen mit Ghee aufgezogen wurden, bis sie zu grossen Jünglingen herangewachsen waren. Asamanja wurde, weil er zu seinem Vergnügen Kinder in der Sarayû versäufte, von seinem Vater verbannt 1). Asamanja's Sohn Amçumat aber erfreute sich grosser Popularität. 39. Sagara feiert ein Pferdeopfer und Amçumat hütet das Pferd. Es wird aber von Indra in Gestalt eines Râkshasa geraubt. Darauf schickt Sagara seine 60000 Söhne aus, um das Pferd zu suchen. Sie durchgraben die Erde und töten jedes Wesen, das ihnen dabei begegnet. Die Götter beschweren sich darob bei Brahman. 40. Dieser tröstet die Götter: Viṣṇu (Vāsudeva) würde die Gestalt Kapila's annehmen und die Sagariden mit dem Feuer seines Zornes verbrennen. — Die Sagariden kehren zurück und teilen das Fehlschlagen ihres Unternehmens ihrem Vater mit. Dieser schickt sie erzürnt aufs Neue aus. Sie graben weiter, bis sie zu den vier Weltelephanten kommen, nämlich Virûpâksha O, Mahâdpadma S, Saumanasa W, Bhadra N. Im NO stossen sie auf Kapila, in dessen Nähe das Opferpferd weidet. Sie schmähen Kapila und stürzen sich auf ihn. Er aber verwandelt sie in einen Aschenhaufen. 41. Als die Sagariden nicht heimkehrten, wird Aṃçumat von Sagara ausgesandt, sie und das Opferpferd zu suchen. Er kommt zuletzt an die Stelle, wo die Asche der Saragiden liegt, und will ihnen die Wasserspende darbringen. Da erscheint Suparṇa und sagt ihm, er solle die Asche mit dem Wasser der Gangâ, die im Himmel weile, besprengen. Aṃçumat kehrt mit dem Pferde zu Sagara zurück, der das Opfer vollendet. Ohne die Gangâ herbeigeführt zu haben, stirbt Sagara nach einem Leben von 30000 Jahren. 42. Aṃçumat übergab nach einiger Zeit die Herrschaft dem Dilipa und that Busse auf dem Himâlaya bis zu seinem Ende. Auch Dilipa wusste nicht die Gangâ herbeizuführen. Nach dessen Tode gelangte Bhagiratha zur Regierung. Er that Busse auf dem Gokarna, bis Brahman ihm seinen Wunsch gewährte mit dem Bemerken, dass Çiva die Gangâ auffangen müsse, weil die Erde die Wucht ihres Falles nicht aushalten könne. 43. Çiva zeigte sich dem Bhagiratha nach einem weiteren Jahre von Bussübungen geneigt und versprach ihm, die Gangâ mit seinem Haupte aufzufangen. Diese wollte ihn aber mit ihrer Wucht in die Unterwelt schlagen; doch Çiva liess sie zur Strafe lange Jahre in seinen Haarflechten umher irren, bis ihn Bhagiratha's Busse bewog, die Gangâ in 7 Strömen zur Erde hinabzulassen. Der südliche Strom ist die irdische Gangâ. Götter und Ṛishi kamen herbei, um das wunderbare Schauspiel ihres Herabsturzes anzusehen und sich in ihren Fluten von Sünden zu reinigen. Die Gangâ folgte immer Bhagiratha's Wagen, bis sie an die Opferstätte Jahnu's kam. Dieser Heilige verschluckte die Gangâ, doch entliess er sie wieder auf Bitten der Götter durch seine Ohren, wenn sie als seine Tochter gelten solle. Bhagiratha führt die Gangâ weiter bis in die Unterwelt, wo sie die Asche der Sagariden benetzt. 44. Als Bhagiratha die Asche der Sagariden besprengte, erschien Brahman und belobte ihn wegen seiner grossen That (Çravaṇaphala).
Cites (1)
- Vālmīkirāmāyaṇa — Vālmīki, Sanskrit