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Das Ramayana: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c6: I. Bâla-Kâṇḍa

Das Rāmāyaṇa: Geschichte und Inhalt nebst Concordanz der gedruckten Recensionen c6

Language
German

I. Bâla-Kâṇḍa

c6.1

1. Vâlmîki fragt den Nârada, wer jetzt auf Erden die höchsten Vorzüge in sich vereinige. Nârada schildert ihm den Râma, seine Erlebnisse und Thaten, welche in Buch 2—6 erzählt werden. Zum Schlusse preist er Râma's Regierung, wie sie bis zu dessen Tode sein werde. 2. Nachdem Nârada in den Himmel zurückgekehrt war, ging Vâlmîki mit seinem Schüler Bharadvâja an die Tamasâ. Dort sieht er ein Kraunca-(Brachvogel-)pärchen, von dem das Männchen durch einen Nishâda getötet wird. Das Weibchen schreit jämmerlich. Von Mitleid ergriffen flucht Vâlmîki dem Nishâda. Seine Worte bilden den Çloka, Darauf badet er und kehrt in seine Einsiedelei zurück. Dort besucht ihn Brahman, vor dem sich sein Mitleid in einem Upaçloka (?) ¹ losringt. Brahman sagt ihm, dass er den Çloka gebildet habe, und dass er Râma's Thaten besingen solle, und verlässt ihn alsdann. Vâlmîki beschliesst, das Râmâyaṇa in Çloken abzufassen. 3. Vâlmîki in Meditation versunken schaut das Wirken und Handeln Râma's. Es folgt eine kurze Übersicht über das ganze Râmâyaṇa.

c6.2

¹ Es ist nämlich eine Vipulâstrophe.

c6.3

4. Vâlmîki lehrt sein Gedicht (Paulastyavadha) den beiden Söhnen Râma's, Kuça und Lava. Sie tragen es vor in einer Versammlung von frommen Männern und werden von diesen je nach Vermögen beschenkt. Einstmals sieht Râma sie auf der Strasse, führt sie in seinen Palast, wo sie vor seinen drei Brüdern und den Räten das Gedicht vortragen.

c6.4

5. In Kosala liegt Ayodhyâ, wo Daçaratha herrscht. Beschreibung der Stadt. 6. Daçaratha war ein mächtiger und weiser König.

c6.5

Beschreibung der Bevölkerung von Ayodhyâ. 7. Der König hatte 8 Räte (amâtya): Dhrishṭi, Jayanta, Vijaya, Surâshṭra, Râshṭravardhana, Akopa, Dharmapâla und Sumantra; 2 ṛitvij: Vasishṭha und Vâmadeva; und andere Minister, nämlich Suyajna, Jâbâli, Kâcyapa, Gautama, Mârkaṇḍeya, Kâtyâyana. Beschreibung derselben.

c6.6

8. Da der König keinen Sohn hatte, beschloss er das Pferdeopfer darzubringen. Er giebt seinen Räten den Auftrag, alles zu diesem Zwecke nötige herzurichten.

c6.7

9. Der Wagenlenker (Sumantra) sagt dem König, dass Sanatkumâra einst erzählt habe, Vibhâṇḍaka, Kâcyapa's Sohn, würde einen Sohn Ṛishyaçṛinga haben, der in strenger Keuschheit, ohne von Weiber etwas zu erfahren, aufwachsen würde. Nun würde Romapâda, König von Anga, durch ein Vergehen bewirken, dass es in seinem Lande nicht regnen werde. Seine Räte würden ihm zur Abwendung dieses Unheils raten, Ṛishyaçṛinga herbeizuführen und mit seiner Tochter Çântâ zu vermählen. Da sie sich fürchten, den Muni selbst herbeizuführen, bringen sie ihn durch List herbei. 10. Sumantra erzählt, dass Romapâda auf Rat seines Purohita Hetären abgeschickt habe. Diese hätten den weiberunkundigen Ṛishyaçṛinga in seiner Einsiedelei während seines Vaters Abwesenheit besucht, und seien von ihm als Ṛishi bewirtet worden. Sie hätten ihn umarmt und ihm Süssigkeiten als Früchte ihrer Einsiedelei gegeben. Andern Tags sei er dahin gegangen, wo er die Frauen zuerst gesehen habe, und sei von ihnen weggeführt worden, worauf sofort reichlicher Regen gefallen sei. Romapâda habe dem Ṛishyaçṛinga seine Tochter Çântâ vermählt. 11. Sumantra fährt fort: Sanatkumâra habe dann weiter prophezeit, dass Daçaratha, mit dem König der Anga befreundet, ihn bitten werde, dass er ihm, dem Kinderlosen, den Ṛishyaçṛinga samt Gemahlin zur Leitung seines Opfers abtreten möge. Das werde geschehen und Daçaratha werde 4 Söhne bekommen. — Daçaratha geht auf Sumantra's Rat mit grossem Gefolge zum König von Anga, welcher Ṛishyaçṛinga und Çântâ mit ihm ziehen lässt. Dem Ṛishyaçṛinga wird ein feierlicher Empfang in Ayodhyâ bereitet. 12. (Im Ganzen eine Wiederholung von 8.)

c6.8

13. Nach einem Jahre lässt Vasishṭha auf Daçaratha's Befehl alles zur Aufnahme der Gäste und Teilnehmer am Opfer herrichten. Dann beauftragt er Sumantra die Gäste einzuladen: Janaka, König von Mithilâ, den König von Kâçi, den der Kekaya mit seinem Sohne, Romapâda mit seinem Sohne, Bhânumat, König der Kosala (fehlt in T und B), den König von Magadha, und die befreundeten Könige vieler anderer Länder. — Nachdem die Vorbereitungen ausgeführt, die Gäste angekommen und bewirtet waren, geht der König auf den Opferplatz, und das Opfer beginnt. 14. Als das Jahr zu Ende und das Pferd zurückgekehrt war, wurde das Opfer dargebracht unter Ṛishyaçṛinga's Leitung. Ausführliche Beschreibung des ganzen Hergangs. Die *dakṣiṇā* wird verteilt und Ṛṣyaçṛṅga verkündet, dass der König vier Söhne bekommen werde. 15. Er bringt nun für den König die *putrīyā iṣṭi* dar.

c6.9

Zu jener Zeit beklagen sich die Götter bei Brahman über Rāvaṇa, dem er die Gabe der Unverletzlichkeit verliehen hatte. Brahman erwiedert, dass Rāvaṇa durch einen Menschen getötet werden könne. Die Götter bitten nun Viṣṇu, dass er von Daçaratha's drei Gemahlinnen sich als dessen vier Söhne solle gebären lassen, um Rāvaṇa zu töten. Viṣṇu willigt ein. 16. Viṣṇu fragt die Götter wie er ihnen helfen solle. Sie erzählen ihm, dass Rāvaṇa infolge der Gunst Brahman's nur durch einen Menschen getötet werden könne, und bitten ihn deshalb Mensch zu werden. Viṣṇu wählt sich Daçaratha zum Vater.

c6.10

Während letzterer die *putrīyā iṣṭi* abhält, kommt Viṣṇu als ein göttliches Wesen im Opferfeuer zum Vorschein mit einem Gefässe in der Hand, dessen Inhalt Daçaratha seinen Gemahlinnen zu trinken geben solle. Dieser verteilt den Trank so, dass Kausalyā 1/2, Sumitrā 3/8 und Kaikeyī 1/8 bekommen. (Aber anders in 18.)

c6.11

17. Brahman fordert die Götter auf, mit Nymphen und andern weiblichen Genien die Affen, die zukünftigen Genossen Rāma's, zu erzeugen. Durch sein Gähnen war schon Jâmbavat, der Bärenkönig, entstanden. Indra zeugt Vâlin, Sûrya den Sugrīva, Bṛihaspati den Târa, Kubera den Gandhamâdana, Viçvakarman den Nala, Pâvaka den Nila, die Açvinen den Mainda und Drivida, Varuṇa den Susheṇa, Parjanya den Çarabha, Mâruta den Hanumat, und andere Gottheiten die übrigen Affen. Die Affen wohnen auf Gebirgen und Vâlin ist ihr König.

c6.12

18. Nachdem das Opfer vollendet und die Gäste gegangen waren, gebaren die drei Frauen Daçaratha's vier Söhne, denen Vasiṣṭha die Namen Rāma (Kausalyā's Sohn), Bharata (Kaikeyī's S.), Lakshmaṇa und Çatrughna (Sumitra's Söhne) gab. Von diesen waren R. und L., Bh. und Ç. unzertrennliche Freunde.

c6.13

Als sie herangewachsen waren, wünschte Daçaratha sie zu vermählen. Da liess sich einst Viçvāmitra, des Gâdhi Sohn, melden. D. geht ihm entgegen und empfängt ihn feierlich, wie sich's gebührt. Dann in den Palast zurückgekehrt, fragt er, welchen Wunsch er ihm erfüllen könne. 19. Viçvāmitra sagt, dass die beiden Râkshasa, Subâhu und Mârica, immer sein Opfer störten; er bittet daher, dass ihm Rāma beigegeben werden möge, der die Dämonen besiegen würde. Der König ist ganz niedergeschlagen ob dieser Bitte. 20. R. sei noch nicht 16 Jahre alt, er selbst wolle mit seinem Heere ihm helfen, oder den Rāma begleiten. Wer denn jene Râkshasa seien? Als er hört, dass sie von Rāvaṇa beauftragt seien, wird er ganz mutlos und verweigert dem Heiligen Rāma. 21. Darauf gerät Viçvāmitra in Zorn und Vasiṣṭha rät dem König, Rāma ziehen zu lassen; denn derselbe könne nicht von den Dämonen getötet werden. Zudem besitze Viçvâmitra wunderbare Waffen, die die Söhne Kṛiçâçva's mit Jayâ und Suprubhâ, den Töchtern Daksha's, seien. 22. Da ruft Daçaratha den Râma und Lakshmaṇa herbei.

c6.14

Die Beiden begleiten Viçvâmitra. Als sie an das südliche Ufer der Sarayû kommen, giebt Viçvâmitra dem Râma die beiden Zauber: die balâ und atibalâ. 23. Am nächsten Morgen wandern sie weiter und gelangen zum Zusammenfluss von Sarayû und Gangâ. Dort ist eine Einsiedelei. Als dort Çiva einst Busse gethan habe, habe Amor sich an ihn gewagt. Da habe ihn Çiva verbrannt, weshalb Amor Ananga und jener Ort Anga genannt werde 1). In der Einsiedelei sind Çiva's (Rudra's) Schüler. Sie nahmen die Gäste freundlich auf.

c6.15

24. Am andern Morgen setzen sie über den Ganges und sehen am südlichen Ufer einen furchtbaren Wald. Viçvâmitra erzählt, dass östlich die Malada und Karûsha wohnten. Als Indra wegen der Ermordung Vṛitra's mit der Sünde des Brahmanenmordes behaftet gewesen sei, hätten ihn, den schmutzigen und hungrigen, die Rishi an jener Stelle gereinigt, und zum Andenken seien jene beiden Landschaften nach Indra's Schmutz mala und Hunger karûsha wie gesagt, benannt worden. Ihre frühere Blüte habe die Yakshi Tâṭakâ, die Gemahlin Sunda's und Mutter Mârica's, vernichtet. Die hause jetzt in dem Walde. Râma solle sie töten. 25. Tâṭakâ, einzige Tochter Suketu's, habe nach ihres Mannes Tode mit ihrem Sohne Mârica den Agastya angreifen wollen. Agastya habe den Mârica zur Strafe in einen Râkshasa und sie in eine scheussliche Menschenfresserin verwandelt. Râma solle kein Bedenken tragen, sie zu töten, da sie ausserhalb des Rechtes stehe. So habe Indra die Mantharâ, Virocana's Tochter; Vishṇu die Gemahlin Bhṛigu's und Mutter Kâvya's getötet zum Heile der Menschen. 26. R. sagt zu und ergreift seinen Bogen. Tâṭakâ in ihrer scheusslichen Gestalt kommt herbei. R. will sie nur verstümmeln und verjagen. Da sie aber mit ihren Zauberkünsten kämpft, sich unsichtbar macht etc., so rät Viçvâmitra dem R., sie zu töten. R. thut es. Die Götter erscheinen, ihn zu loben, und tragen Viçvâmitra auf, dass er R. die göttlichen Waffen gebe. 27. Am andern Morgen übergiebt ihm Viçvâmitra Waffen, die den R. verehren. 28. Viçvâmitra giebt ihm noch andere Waffen; R. entlässt dieselben. Weitergehend sehen sie einen Wald, über den er Viçvâmitra um Auskunft bittet.

c6.16

29. Vor dem Vâmanâvatâra, erzählt dieser, habe dort Vishṇu Busse gethan. Zu jener Zeit führte Bali, der Sohn Virocana's, die Herrschaft über die Dreiwelt. Als er ein grosses Opfer vollzog, baten die Götter den Vishṇu, Zwerggestalt anzunehmen und den Bali um eine solche Gabe anzugehen, die den Göttern Ruhe verschaffen würde. Damals hatte Kaçyapa und Aditi ein langes Gelübde vollendet und zum Schluss Vishṇu gepriesen, der Kaçyapa eine Bitte gewährt. Derselbe bittet ihn, dass er als sein Sohn und jüngerer Bruder Indra's geboren werde. Er solle im Siddhâçrama weilen und den Göttern beistehen. Das geschieht und in Zwerggestalt bittet er Bali um 3 Schritte, erlangt so die Weltherrschaft, die er Indra übergiebt. Er, Viçvâmitra, lebe jetzt in dessen Einsiedelei, dort aber störten Râkshasa seine Opfer. Er mit R. und L. geht in die Einsiedelei und wird von den Muni ehrfurchtsvoll begrüsst. Viçvâmitra unterzieht sich auf R.'s Bitte der Weihe zum Opfer. 30. Am andern Morgen fragt R., wie lange er das Opfer schützen müsse. Die Muni antworten: 6 Tage lang. Am sechsten Tage leuchtete plötzlich die Opferstätte in hellem Lichte. Da kommen die beiden Râkshasa mit einer grossen Schaar durch die Luft herbeigeeilt. R. schleudert den Mârica mit einem Pfeile ins Meer ¹), die übrigen Râkshasa vernichtet er. Grosse Freude der Muni.

c6.17

¹ Hiernach erstreckte sich Anga weiter nach Westen als später, wenn es die jetzigen Distrikte Mongarh und Bhagalpur umfasste.

c6.18

¹ vgl. III 38.

c6.19

31. Am andern Morgen sagt Viçvâmitra, dass Janaka, König von Mithilâ, ein Opfer feiere; zu dem wollten sie hingehen. Dort würde R. auch den von den Göttern dem Janaka geschenkten Bogen sehen, den bisher kein Fürst zu spannen vermocht habe. Von den Ṛishi begleitet wandern sie nach Norden und kommen an der Çoṇâ an. Viçvâmitra erzählt die Geschichte des Landes.

c6.20

32. Kuça, des Brahman Sohn, hatte mit Vaidarbhî vier Söhne: Kuçâmba, Kuçanâbha, Asûrtarajas und Vasu; diese gründeten auf Kuça's Geheiss vier Städte: Kauçâmbi, Mahodaya, Dharmâraṇya und Girivraja. Dieses Land mit der Mâgadhî (Çoṇâ) und den 5 Bergen gehört dem Vasu. Kuçanâbha hatte mit Ghṛitâcî 100 Töchter. Als diese einst im Lusthaine spielten, machte Vâyu ihnen einen Antrag, den sie aber stolz zurückweisen. Da fährt Vâyu in sie und bricht ihren Körper. Als buckelige Mädchen kehren sie zu ihrem Vater zurück. 33. Kuçanâbha tröstet seine Töchter und beschliesst, sie zu verheiraten. Nun gab es einen Büsser Cûli, den die Gandharvin Somadâ, Urmilâ's Tochter, bediente. Sie erbat sich von ihm einen Sohn, und gebar den Brahmadatta. Dieser gründete die Stadt Kâmpilyâ. Kuçanâbha vermählte seine Töchter mit Brahmadatta. Als derselbe deren Hände berührte, wurden sie wieder schlank wie zuvor. 34. Kuçanâbha bekam einen Sohn, Gâdhi, der Viçvâmitra's Vater ist. Viçvâmitra's ältere Schwester ist Satyavatî die den Ṛicîka heiratete und bei lebendigem Leibe gen Himmel fuhr, woher sie als Fluss Kauçikî zur Erde hinabstieg. Nach dieser Erzählung begeben sich Alle zur Ruhe. 35. Am andern Morgen ziehen sie weiter und gelangen an die Gangâ.

c6.21

Viçvâmitra erzählt, dass Himavat mit Menâ, der Tochter Meru's, zwei Töchter gehabt habe, die Gangâ, welche die Götter freiten und in den Himmel nahmen, und Umâ, die Çiva's Gemahlin wurde. 36. Nach ihrer Hochzeit hätten Çiva und Umâ 100 Jahre sich der Liebe ergeben; zuletzt hätten die Götter gefürchtet, dass die Welt das aus dieser Vereinigung entspringende Wesen nicht aushalten könnte, und hätten daher Çiva gebeten, den Samen an sich zu halten. Das that er, aber den schon in Erregung geratenen Samen ergoss er über die Erde. Auf Bitten der Götter drang Agni, vom Vâyu begleitet, in diesen Samen. So entstand der çetaparvata und das Röhricht çaravaṇa, wo später Kârttikeya geboren wurde. Umâ flucht, dass die Frauen der Götter und die Erde kinderlos bleiben sollten. Darauf thut Çiva und Umâ auf dem Himavat Busse. 37. Die Götter baten Brahman, dass er ihnen zu einem Heerführer helfen solle; denn Çiva sei jetzt wegen seiner Busse unzugänglich. Brahman trägt dem Agni auf, den Samen Çiva's in die Gangâ zu ergiessen. So geschah es. Was von dem Samen daneben fliesst, wird zu Gold und andern Metallen; die Frucht selbst wird zum Kumâra, den die Götter den 6 Kṛittikâ zur Ernährung übergeben. Danach wird er Kârttikeya genannt. Er trank ihre Milch gleichzeitig, indem er 6 Köpfe bekam (Shaḍânana). Skanda heisst er, weil der Same fortsprang (skannam).

c6.22

38. Viçvâmitra erzählt weiter: Sagara, König von Ayodhyâ, hatte 2 Frauen: Keçinî, Tochter des Vidarbhakönigs, und Sumati, Tochter Arishṭanemi's (Kaçyapa's), Schwester Suparṇa's. Um Nachkommenschaft zu erlangen, thut er Busse am Bhr̥iguprasravaṇa. Endlich erscheint Bhr̥igu und verleiht der einen Frau einen Stammhalter, der andern 60000 Söhne. Keçinî wählt sich den Stammhalter und gebiert Asamanja, Sumati wählte die 60000 Söhne und gebiert einen Kürbis, in dessen Innern 60000 Männlein sich fanden, die von Ammen in Flaschen mit Ghee aufgezogen wurden, bis sie zu grossen Jünglingen herangewachsen waren. Asamanja wurde, weil er zu seinem Vergnügen Kinder in der Sarayû versäufte, von seinem Vater verbannt 1). Asamanja's Sohn Amçumat aber erfreute sich grosser Popularität. 39. Sagara feiert ein Pferdeopfer und Amçumat hütet das Pferd. Es wird aber von Indra in Gestalt eines Râkshasa geraubt. Darauf schickt Sagara seine 60000 Söhne aus, um das Pferd zu suchen. Sie durchgraben die Erde und töten jedes Wesen, das ihnen dabei begegnet. Die Götter beschweren sich darob bei Brahman. 40. Dieser tröstet die Götter: Viṣṇu (Vāsudeva) würde die Gestalt Kapila's annehmen und die Sagariden mit dem Feuer seines Zornes verbrennen. — Die Sagariden kehren zurück und teilen das Fehlschlagen ihres Unternehmens ihrem Vater mit. Dieser schickt sie erzürnt aufs Neue aus. Sie graben weiter, bis sie zu den vier Weltelephanten kommen, nämlich Virûpâksha O, Mahâdpadma S, Saumanasa W, Bhadra N. Im NO stossen sie auf Kapila, in dessen Nähe das Opferpferd weidet. Sie schmähen Kapila und stürzen sich auf ihn. Er aber verwandelt sie in einen Aschenhaufen. 41. Als die Sagariden nicht heimkehrten, wird Aṃçumat von Sagara ausgesandt, sie und das Opferpferd zu suchen. Er kommt zuletzt an die Stelle, wo die Asche der Saragiden liegt, und will ihnen die Wasserspende darbringen. Da erscheint Suparṇa und sagt ihm, er solle die Asche mit dem Wasser der Gangâ, die im Himmel weile, besprengen. Aṃçumat kehrt mit dem Pferde zu Sagara zurück, der das Opfer vollendet. Ohne die Gangâ herbeigeführt zu haben, stirbt Sagara nach einem Leben von 30000 Jahren. 42. Aṃçumat übergab nach einiger Zeit die Herrschaft dem Dilipa und that Busse auf dem Himâlaya bis zu seinem Ende. Auch Dilipa wusste nicht die Gangâ herbeizuführen. Nach dessen Tode gelangte Bhagiratha zur Regierung. Er that Busse auf dem Gokarna, bis Brahman ihm seinen Wunsch gewährte mit dem Bemerken, dass Çiva die Gangâ auffangen müsse, weil die Erde die Wucht ihres Falles nicht aushalten könne. 43. Çiva zeigte sich dem Bhagiratha nach einem weiteren Jahre von Bussübungen geneigt und versprach ihm, die Gangâ mit seinem Haupte aufzufangen. Diese wollte ihn aber mit ihrer Wucht in die Unterwelt schlagen; doch Çiva liess sie zur Strafe lange Jahre in seinen Haarflechten umher irren, bis ihn Bhagiratha's Busse bewog, die Gangâ in 7 Strömen zur Erde hinabzulassen. Der südliche Strom ist die irdische Gangâ. Götter und Ṛishi kamen herbei, um das wunderbare Schauspiel ihres Herabsturzes anzusehen und sich in ihren Fluten von Sünden zu reinigen. Die Gangâ folgte immer Bhagiratha's Wagen, bis sie an die Opferstätte Jahnu's kam. Dieser Heilige verschluckte die Gangâ, doch entliess er sie wieder auf Bitten der Götter durch seine Ohren, wenn sie als seine Tochter gelten solle. Bhagiratha führt die Gangâ weiter bis in die Unterwelt, wo sie die Asche der Sagariden benetzt. 44. Als Bhagiratha die Asche der Sagariden besprengte, erschien Brahman und belobte ihn wegen seiner grossen That (Çravaṇaphala).

c6.23

¹ cf. II 36.

c6.24

45. Am andern Morgen setzen sie über die Gangâ und sehen die Stadt Viçâlâ. Auf Bitten Râma's erzählt Viçvâmitra die Geschichte des Landes. Im Kṛitayuga quirlten die Söhne der Diti und der Aditi zur Gewinnung des Amṛita den Ocean, wobei der Berg Mandara als Quirlstock und Vâsuki als Quirlseil diente. Durch das von der Schlange ausgespiene Gift entstand das Hâlâhala, das die Dreiwelt zu verbrennen drohte. Doch auf Ersuchen Viṣṇu's nahm es Çiva in sich auf. Bei weiterem Quirlen sank der Mandara in die Unterwelt, aber Viṣṇu in Gestalt einer Schildkröte nahm ihn auf seinen Rücken; er selbst aber quirlte in Menschengestalt. Da entstanden der Dhanvantari, die Apsarasen, welche die Söhne Aditi's sich erkoren, Uccaiḥçravas, Kaustubha, und zuletzt das Amṛta. Dessentwegen entbrannte ein Kampf zwischen den Göttern und Asuren, in dem die Götter siegten. Viṣṇu aber raubte das Amṛta.

c6.25

46. Als die Söhne der Diti getötet waren, bittet dieselbe ihren Gatten Kaçyapa, des Marīci Sohn, um einen Sohn, der Indra töten würde. Derselbe bewilligte ihr, dass sie einen solchen erhalten würde nach 1000 Jahren, wenn sie alsdann rein sein werde. Sie bringt die Zeit mit Askese zu, bei der Indra sie bedient. Sie verspricht ihm, dass ihr Sohn ihm ein treuer Bruder sein werde. Als nun die tausend Jahre bis auf 10 vorüber waren, schlief Diti einstmal mit den Füssen zu Häupten. Als Indra sie also unrein schlafen sah, drang er in ihren Leib ein und zerschnitt ihre Leibesfrucht in 7 Teile. Dann kam er wieder hervor und bat Diti um Entschuldigung. 47. Diti bittet Indra, dass ihre 7fach gespaltete Leibesfrucht zu den 7 Mâruta werden sollte (da Indra ihr bei der Zerteilung mâ rudas zugerufen hatte). Indra bewilligt es.

c6.26

Hier habe früher Indra gewohnt, und Viçâla, Sohn Ikshvâku's mit Alambushâ, habe dort Viçâla gegründet. Viçâla zeugte Hemacandra, H. den Sucandra, S. den Dhûmrâçva, Dh. den Ṣrinjaya, S. den Sahadeva, S. den Kuçâçva, K. den Somadatta, S. den Kâkutstha, dessen Sohn Sumati herrscht jetzt in Viçâla. Derselbe kommt dem Viçvâmitra entgegen, ihn zu begrüssen. 48. Nachdem Sumati von Viçvâmitra erfahren hatte, wer dessen beide jugendliche Begleiter sind, begrüsste er sie als seine Gäste.

c6.27

Am andern Morgen brechen sie auf und sehen Mithilâ. In einem vorstädtischen Parke ist eine verlassene Einsiedelei, über die Viçvâmitra folgendes erzählt. Hier lebte vor Zeiten Gautama. Einstmals kam Indra als Muni verkleidet dorthin und beging mit Gautama's Gattin Ahalya Ehebruch. Darüber kam Gautama und fluchte Indra, dass er entmannt sein solle, und der Ahalya, dass sie bis zu Râma's Ankunft in der Einsiedelei als Büsserin leben sollte. 49. Auf Indra's Bitten setzten ihm die Götter die Hoden eines Widder ein, weshalb Indra meshavṛishaṇa heisst. Râma geht in die Einsiedelei und begrüsst die Ahalya, die ihre frühere Gestalt wieder erhält und mit Gautama vereinigt wird.

c6.28

50. Dann gehen sie weiter und nehmen Wohnsitz auf dem Opferplatze Janaka's. Dieser kommt mit seinem Hauspriester Çatânanda und begrüsst die Gäste. Viçvâmitra erklärt ihm, wer Râma und Lakshmaṇa sind, und weshalb sie gekommen seien. 51. Çatânanda, Gautama's Sohn, erzählt Viçvâmitra's Geschichte.

c6.29

Viçvâmitra war zuerst ein mächtiger König. Einst kam er mit seinem Heere zu Vasisṭhtha's Einsiedelei. 52. Nach der üblichen Begrüssung und Bewirtung verspricht Vasisṭhtha dem Viçvâmitra noch eine reichlichere Beköstigung. Er ruft seine Kuh herbei und trägt ihr auf, das Heer mit allem zu versorgen. 53. Als das Heer und Alle auf das Üppigste bewirtet waren, bietet Viçvâmitra dem Vasisṭhtha tausende von Kühen, unermessliche Schätze für seine Kuh, auf die er als König ein Recht zu haben glaubt. Vasisṭhtha aber beharrt bei seiner Weigerung. 54. Die Kuh wird von Viçvâmitra's Leuten fortgeschleppt. Sie fleht Vasisṭhtha an, sie zu schützen, und bringt Krieger hervor, erst Pahlava, die Viçvâmitra's Heer vernichten, dann Çaka und Yavana. Doch alle vernichtet Viçvâmitra. 55. Die Kuh bringt neue Truppen hervor: Kâmboja, Varvara, Çaka, Yavana, Mleccha, Hârita und Kirâta, die Viçvâmitra's Heer bekämpfen, aber von Viçvâmitra's 100 Söhnen vernichtet werden. Doch Vasisṭhtha verwandelt diese in Asche. Nach dieser Niederlage übergiebt Viçvâmitra die Herrschaft einem Sohne und thut Busse auf dem Himâlaya. Dort erscheint ihm Çiva und verleiht ihm auf seine Bitte die vollständige Kriegswissenschaft und alle göttlichen Waffen. Mit diesen verwüstet er Vasisṭhtha's Einsiedelei und verjagt dessen Schüler. Da stellt sich ihm Vasisṭhtha selbst entgegen. 56. Viçvâmitra schleudert seine Waffen gegen Vasisṭhtha, doch dieser fängt alle, selbst die furchtbare Brahma-Waffe, mit seinem Brahmastabe auf. Viçvâmitra erkennt die höhere Macht der Brahmanen über die der Kshatriya an und beschliesst, durch Busse erstere zu erlangen. 57. Viçvâmitra geht mit seiner Gemahlin nach dem Süden und thut Busse; es werden ihm Söhne geboren: Havishpanda, Madhushpanda¹) Dṛḍhanetra, Mahâratha. Nach tausendjähriger Busse erscheint ihm Brahman und verkündet ihm, dass er sich die Würde und Macht eines Râjarshi errungen habe. Viçvâmitra ist damit nicht zufrieden.

c6.30

¹ Die südindischen Ausgaben haben Harishyanda und Madhushyanda.

c6.31

Um diese Zeit wünschte der Ikshvâkuide Triçanku lebendigen Leibes in den Himmel zu gelangen, und zwar durch ein Opfer. Er wendet sich darum an den im Süden weilenden Vasisṭhtha, der ihn aber abweist. Nun richtet er an Vasisṭhtha's Söhne dieselbe Bitte. 58. Doch auch diese weisen ihn ab, und als er sagte, er würde von nun an einen andern Berater nehmen, fluchen sie ihm, dass er Câṇḍâla werden solle. Der Fluch erfüllt sich, und der König wird von Allen verlassen. Er wendet sich nun an Viçvâmitra, damit dieser für ihn das Opfer vollziehe. 59. Viçvâmitra sagt zu und schickt seine Söhne, um alle Rishi zum Opfer zu entbieten. Nur Mahodaya und die Vasisthiden weigern sich zu kommen. Drum flucht Viçvâmitra, dass sie durch 700 Generationen Leichenräuber: Mushtika (nach dem Comm.: domba), und Mahodaya ein Nishâda werden sollten. 60. Viçvâmitra erklärt den versammelten Rishi den Zweck des Opfers, das alsdann vollzogen wird. Da die Götter nicht auf Viçvâmitra's Geheiss kommen, erhebt er aus eigener Kraft Triçanku in den Himmel. Aber Indra stürzt ihn von dort kopfwärts hinab. Viçvâmitra hemmt den Fall, und Triçanku schwebt so am südlichen Himmel; um ihn herum schafft Viçvâmitra Sterne und Sternbilder, die ihm folgen. So hat er sein Wort eingelöst.

c6.32

61. Darauf zieht Viçvâmitra nach dem Westen und thut in Pushkara schwere Busse. Um diese Zeit brachte der Ikshvâkuide Ambarisha ein Opfer. Indra raubt das Opfertier, worauf der Priester dem König aufträgt, an des Tieres Stelle einen Menschen zu substituiren. Ambarisha durchsucht das ganze Land, bis er auf dem Bhrigutunga den Muni Ricika mit seiner Familie antrifft. Diesem bietet er 1000 Kühe für einen Sohn. Da der Vater den ältesten Sohn, die Mutter den jüngsten (Çunaka) nicht hergeben will, so erbietet sich der mittlere, Çunahçepa, und geht mit dem Könige fort. 62. Sie kehren bei Viçvâmitra ein. Diesen bittet Çunahçepa, ihm zu helfen. Viçvâmitra fordert seine Söhne Madhucchanda etc. auf, für Çunahçepa einzutreten. Doch diese weigern sich, und ihr Vater belegt sie mit demselben Fluche wie die Vasisthiden. Dem Çunahçepa aber giebt er zwei gâthâ, die ihn beim Opfer vor dem Tode bewahren. So wird Ambarisha's Opfer vollendet.

c6.33

63. Brahman verleiht dem Viçvâmitra nach 1000jähriger Busse die Würde eines Rishi. Da kommt einst Menakâ, um zu baden. Viçvâmitra lebt mit ihr 10 Jahre, die ihm wie ein Tag vergehn. Beschämt über seine Verirrung, entlässt er die Menakâ und büsst weitere 1000 Jahre an der Kauçikî. Da verleiht ihm Brahman die Würde eines Maharshi. Zum Brahmarshi sei er noch nicht reif, weil er noch nicht seine Sinne vollständig im Zaume halte. Nun thut Viçvâmitra sehr schwere Busse. Geängstigt wenden sich die Götter von Rambhâ. 64. Da sie sich vor dem Büsser fürchtet, verspricht Indra, mit Kandarpa ihr zu helfen. Viçvâmitra's Aufmerksamkeit richtet sich auch auf sie, er durchschaut aber gleich Indra's Absicht und flucht der Rambhâ, dass sie 10000 Jahre zu einem Felsen werden solle. Dann aber unterzieht er sich den härtesten Kasteiungen, um auch den Zorn zu überwinden. 65. Viçvâmitra geht nach dem Osten und büsst stillschweigend. Nach 1000 Jahren begann er wieder zu essen. Da kam Indra als Brahmane und bat ihn um die bereitete Speise. Er gab sie ohne sein Stillschweigen zu unterbrechen, und er büsste weitere 1000 Jahre ohne zu atmen. Geängstigt veranlassen die Götter Brahman, ihm seinen Wunsch zu gewähren. Auch Vasisththa erkennt ihn als Brahmarshi an.

c6.34

Als Çatânanda seine Erzählung beendet hatte, preist Janaka Viçv. und lädt ihn zu sich ein. Dann entfernt er sich mit seinem Gefolge. 66. Am andern Morgen bittet Viçvâmitra den Janaka, dem R. und L. den berühmten Bogen zu zeigen. Janaka erzählt, dass Çiva denselben seinem Ahn Devarâta, Nimi's Sohn, gegeben habe. Als nun beim Pflügen die Sitâ aus der Erde hervorgekommen sei und er dieselbe als Tochter angenommen habe, habe er beschlossen, sie nur demjenigen zu geben, der den Bogen zu spannen vermöchte. Die Könige, die um Sitâ freiten, hätten es nicht gekonnt. Ärgerlich darüber hätten sie Mithilâ belagert; er aber habe sie mit einem ihm von den Göttern verliehenen Heere zuletzt in die Flucht geschlagen. 67. Auf Viçvâmitra's Bitte lässt Janaka den Bogen herbeiholen. Er wird auf einem achträdrigen Wagen von 150 Männern herbeigeschafft. Râma hebt, spannt und zerbricht den Bogen unter furchtbarem Krachen, bei dem die Zuschauer umfallen. Janaka verspricht Sitâ dem Râma und sendet Boten zu Daçaratha, damit er zur Hochzeit komme. 68. Die Boten berichten dem D., was vorgefallen, worauf dieser mit seinem Minister beschliesst, der Einladung Folge zu geben. 69. D. bricht mit Vasishtha und den übrigen Räten auf und wird von dem erfreuten Janaka feierlich empfangen. 70. Janaka lässt seinen Bruder Kuçadhvaja aus Sânkâçyâ an der Ikshumati¹ herbeiholen. Beide lassen Daçaratha mit den Seinigen kommen.

c6.35

¹ Von diesem Flusse scheint die in II 68, 17 genannte Ikshumati verschieden zu sein. da sie westlich von Kurujângala zu suchen ist, wenn anders die dort beschriebene Reiseroute richtig überliefert ist.

c6.36

Da giebt Vasishtha den Stammbaum Daçaratha's: 1. Brahman, 2. Marici, 3. Kaçyapa, 4. Vivasvat, 5. Manu, 6. Ikshvâku (erster König von Ayodhyâ), 7. Kukshi, 8. Vikukshi, 9. Bâna, 10. Anaranya, 11. Prithu, 12. Triçanku, 13. Dhundhumâra, 14. Yuvanâçva, 15. Mândhâtri, 16. Susandhi, 17. Dhruvasandhi und Prasenajit. Dhruvasandhi's Sohn war 18. Bharata Yajasvin, 19. Asita (dessen Feinde die Haihaya, Tâla jangha und Çaçabindu waren, die ihn mit seinen 2 Frauen nach dem Himâlaya vertrieben. Die eine Frau gab der andern [Kâlindi] Gift, um ihre Frucht zu töten. Sie gebar den) 20. Sagara, 21. Asamanja, 22. Amçumat, 23. Dilipa, 24. Bhagiratha, 25. Kakutstha, 26. Raghu, 27. Kalmâshapâda, 28. Çankhana, 29. Sudarçana, 30. Agnivarna, 31. Çighraga, 32. Maru, 33. Praçuruka, 34. Ambarisha, 35. Nahusha, 36. Yayâti, 37. Nâbhâga, 38. Aja, 39. Daçaratha, 40. Râma und Lakshmana.

c6.37

71. Janaka giebt seinen Stammbaum: 1. Nimi, 2. Mithi, 3. Janaka, 4. Udâvasu, 5. Nandivardhana, 6. Suketu, 7. Devarâta, 8. Brihadratha, 9. Mahâvira, 10. Sudhriti, 11. Dhrishtaketu, 12. Haryaçva, 13. Maru, 14. Pratindhaka, 15. Kirtiratha, 16. Devamidha, 17. Vibudha, 18. Mahidhraka, 19. Kirtirâta, 20. Mahâroman, 21. Svarparoman, 22. Hrasvaroman, 23. Janaka und Kuçadhvaja. Den letzteren habe er in Sânkâçya als König eingesetzt, nachdem der König dieser Stadt, Sudhanvan, ihn angegriffen habe, aber unterlegen sei.

c6.38

Er gebe Sîtâ dem Râma, Ûrmilâ dem Lakshmaṇa. 72. Viçvâmitra wirbt um die beiden Töchter Kuçadhvaja's für Bharata und Ça-trughna. Die Vorbereitungen für die Hochzeit werden getroffen. 73. Am Hochzeitstage langt Yudhâjit, Sohn des Königs der Kekaya an, nachdem er vergeblich in Ayodhyâ gewesen war, um seinen Schwestersohn Bharata zu sehen. Die Hochzeit findet unter den vorgeschriebenen Ceremonien statt. Râma heiratet Sîtâ, Lakshmaṇa Ûrmilâ, Bharata Mâṇ-ḍavyâ, Çaṭrughna Çrutakirti. 74. Viçvâmitra verabschiedet sich, und Daçaratha, reichlich von Janaka beschenkt, bricht mit seinen Söhnen nach Ayodhyâ auf.

c6.39

Unterwegs stellen sich erschreckliche Vorzeichen ein. Da kommt Râma Jâmadagnya mit seinem Beile und seinem Pfeile. Die erschrockenen Ṛishi empfangen ihn nach Gebühr und Vorschrift. 75. Jâmadagnya fordert Râma auf, seinen Bogen zu spannen und dann mit ihm einen Zweikampf zu bestehen. Vergeblich bittet Daçaratha ihn, seinen Sohn zu schonen: er habe ja seinen Zorn gegen die Kshatriya aufgegeben und Indra gelobt, Frieden zu halten. Jâmadagnya beachtet ihn nicht, sondern wendet sich an Râma: den Bogen Çiva's habe Râma zerbrochen, er aber besitze Viṣṇu's Bogen, der nach einem Wettkampfe zwischen beiden Göttern als der stärkere gelte. Viṣṇu habe denselben seinem Grossvater Devarâta gegeben, und der dem Jamadagni. Als letzterer die Waffen abgelegt habe, habe Arjuna ihn getötet. Darum habe er öfters die Geschlechter der Kshatriya vernichtet und die Erde dem Kaçyapa gegeben. Er komme jetzt, nachdem er gehört habe, dass Râma den Bogen Çiva's zerbrochen habe. 76. Râma spannt Viṣṇu's Bogen und legt den Pfeil auf. Er giebt dem besiegten Gegner die Wahl, ob er ihm die errungenen himmlischen Gefilde oder sein Vermögen, überall hin zu gehen, mit dem Schusse rauben solle. Jâmadagnya sagt, dass ihm Kaçyapa versagt habe, auf der Erde zu wohnen; drum möge er ihm sein Vermögen lassen, überall hin zu gehen. Er werde sich nach dem Mahendra begeben. Râma schiesst den Pfeil ab und vernichtet die Welten, die Jâmadagnya sich errungen hatte.

c6.40

77. Nach Jâmadagnya's Weggang erholt sich Daçaratha von seinem Schrecken und setzt mit seinem Heere den Marsch fort. Er zieht in seine festlich geschmückte Hauptstadt ein, wo seine Frauen die Schwiegertöchter freundlich aufnehmen.

c6.41

Nach einiger Zeit lässt er Bharata und Çaṭrughna mit Yudhâjit zu dessen Vater abziehen. Râma lebte viele Jahre mit seiner geliebten Sîtâ und gewann sich die Liebe aller¹.

c6.42

¹ B hat noch zwei Gesänge: B 79, 1–4 = C 77, 16–18. Daçaratha

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