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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s1.53

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s1.53

Language
German

c4.s1.53

Kurz zusammengefasst also scheint mir der Standpunkt, den die vedische Gâyatrî in Bezug auf den jambischen Rhythmus einnimmt, der folgende zu sein. Dieser Rhythmus liegt in der zweiten Hälfte der Reihe offen zu Tage. In der ersten Hälfte kann er ebenfalls offen, er kann aber auch so zu sagen latent vorhanden sein: latent, d. h. in der Weise, dass die jambische Vertheilung der Icten in freierer Handhabung durch gewisse andre Vertheilungen vertreten wird, die sich, indem vom Reihenende her Licht auf sie fällt, eben als Vertretungen des jambischen Rhythmus oder als auf ihn hinarbeitend erweisen. Die Forderung gleicher Entfernung der Icten von einander wird dabei nicht erhoben; in dieser Hinsicht macht sich eine Freiheit bemerklich, die sich in der späteren vedischen und nachvedischen Zeit zur bewussten Ausschliessung allzu gleichmässiger Wiederkehr der Hebungen entwickelt. Aber innerhalb der gestatteten Ungleichheit der Bewegung erinnert doch auch im Reiheneingang die unwandelbar festgehaltene Zahl der vier Sylben, die wenigstens überwiegend festgehaltene Zahl der zwei Hebungen und endlich das ausgeprägte Vorherrschen der Formen ◡—◡— den Hörer beständig daran, dass sich der Vers im Fahrwasser des jambischen Rhythmus befindet, zu welchem dann der Reihenausgang immer von Neuem zurücklenkt.