Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s2.t2.57
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s2.t2.57
- Language
- German
c4.s2.t2.57
Wie an der viertletzten Stelle der Trishṭubh bei nicht wortschliessenden Sylben, so finden sich auch an den übrigen Stellen des Versausgangs Nichtbeachtungen der Quantität als sporadische, verhältnismässig übrigens seltene Anomalien. Man wird nicht, wie uns dies bei gewissen Bildungen der achtsylbigen Zeile wahrscheinlich wurde, anzunehmen haben, dass in diesen Fällen dem regelmässigen Rhythmus ein anderer substituirt sei, sondern jener Rhythmus ist eben hier und da mit einem sprachlichen Gewande bekleidet, welches ihm nur mangelhaft passt. In einigen Fällen deutet die stete Wiederkehr der gleichen scheinbaren Unregelmässigkeiten bei demselben Worte, bisweilen sogar das directe Fehlen von Stellen, an welchen ein Wort ohne Anstoss sich der metrischen Norm fügte, auf eine von der überlieferten abweichende Gestalt solcher Worte (pavâka für pâvaka, mṛiḷ- für mṛiḷ- u. s. w.); wir werden auf Fälle dieser Art an anderm Orte zurückzukommen haben. Im Ganzen aber zeigt der meist völlig sporadische Character jener Anomalien und die allen orthoepischen Conjecturen sich oft absolut entziehende Gestalt der dabei in Betracht kommenden Worte, dass es sich um nicht mehr handelt, als um Licenzen der vedischen Poeten, die eine weitere Erklärung weder verlangen noch zulassen.