Pramāṇa · Search · About · API

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s5.14

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s5.14

Language
German

c4.s5.14

Der Vorgang dieser Zusammenschiebung, die Verdunklung des Bewusstseins von der richtigen Abgrenzung der in unsrer Samhitâ zu grösseren Massen vereinigten kleinen Hymnen, muss in die Zeit zwischen der Aufstellung der Rik-Sammlung und der Abfassung der Brâhmaṇa-Texte fallen. Es ist klar, dass, als die Lieder in ihre gegenwärtige Reihenfolge gebracht wurden, man ihre Abgrenzung noch kannte ²), denn auf dieser Kenntniss beruht ja eben die Stelle, welche die kleinen Lieder in der auf der Verszahl beruhenden Anordnung einnehmen. Man kannte ihre Abgrenzung auch noch, als — nach Abschluss der Ṛik-Saṃhitâ, wie ich an anderm Orte zu zeigen versuche — das in den Saṃhitâs des Sâmaveda und des Yajurveda sowie in den Brâhmaṇatexten gelehrte resp. vorausgesetzte System des Opfers zu fester Gestalt gelangte; wir werden uns sogleich eingehender damit beschäftigen, wie eben jenes Opfersystem ein wichtiges Hülfsmittel für die Erkenntniss der Liedabgrenzung uns bietet. Andrerseits aber die traditionelle Liste der Liedverfasser, welche den Brâhmaṇa-Theologen schon bekannt war ¹), setzt den Verlust der richtigen Abgrenzung, die Annahme der langen Liedcomplexe, wie wir sie im überlieferten Ṛigveda lesen, bereits voraus.

Cites (3)