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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s5.38

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s5.38

Language
German

c4.s5.38

Die Weise, wie die Tetraden von 96 im Sv. durch das Auftreten der je drei ersten Verse solcher Tetraden markirt sind, erlaubt einen sicheren Schluss, oder bestätigt den aus andern Prämissen sich ergebenden Schluss über die Zerlegung des bis jetzt, so viel ich sehe, nicht richtig ¹) behandelten Liedes 100 (oben unter d). Dasselbe gehört der Anushtubh-Reihe an, deren Lieder folgende Verszahlen haben: 98: 12 Verse; 99: 8 Verse; 100: 9 Verse; 101: 16 Verse. Das letzte Lied (oben c) erweist sich ²) als ein Trica-conglomerat, bildet also den Schluss der Reihe nach absteigender Verszahl. Lied 100 aber verletzt so wie es dasteht das Anordnungsprincip. Dem Versuch es gleichfalls in Tricas zu zerlegen ist ebenso wenig sein Inhalt wie seine Behandlung im Sv. günstig; auch würde in diesem Fall die Diaskeuase vermuthlich die ganze Masse der Tricas (100. 101) zu einem Sûkta vereinigt haben. Grassmann's Ausweg, Vers 8 zu streichen, um dadurch eine dem Anordnungsgesetz entsprechende Verszahl zu erhalten, ist an sich so gewagt, wie die meisten Grassmann'schen Streichungen; es steht ausserdem die bei der Behandlung der verletzten Anordnungsregel fast überall zu machende Erfahrung entgegen, dass nicht einzelne interpolirte Verse die Störung hervorrufen, sondern entweder die Aneinanderschiebung mehrerer unabhängiger Lieder oder — hinter derartig aufzulösenden Complexen auftretend — das Erscheinen jüngerer Anhangshymnen. Das auf 100 folgende Triadenconglomerat 101 zeigt, dass der erste jener beiden Fälle vorliegt, und da, wie wir schon sahen, die in 100 zusammengerathenen Lieder Ṭricas nicht gewesen sein können, so bleibt nur eine dem Anordnungsgesetz genügende Auflösung des neunversigen Hymnus als a priori denkbar übrig: in 5 + 4 Verse. Und wie behandelt der Sâmaveda das Lied? Er entnimmt demselben einen aus den Versen 6. 7. 9 gebildeten Ṭrica, d. h. er markirt V. 6 als einen Neuanfang und entlehnt aus der Tetrade, die von diesem Vers anfangend sich ergiebt, drei Verse, genau wie er es bei den vorher besprochenen Tetraden von 96 thut: wobei es offenbar rein zufällig ist, dass dies nicht die Verse 6—8, sondern 6. 7. 9 sind, wie ja häufig die Ordnung der Ṛigverse im Sv. sich verändert findet. Die Ausdrucksweise des Liedtextes selbst steht der Annahme eines Neuanfangs bei Vers 6 nicht entgegen, sondern unterstützt sie sogar 1).

Cites (1)