Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s5.76
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s5.76
- Language
- German
c4.s5.76
Wenn nun der hier besprochene Liedtypus seiner Natur nach die über den Strophen stehende, im Schlussvers zu sichtbarstem Ausdruck gelangende Einheit eines ganzen Liedes implicirt, so berechtigt uns die Erkenntniss dieser Form und ihres häufigen Auftretens im achten Maṇḍala schon von vorn herein offenbar zu der Erwartung, dass auch die Tṛica-Lieder dieses Buches, welche den Schlussvers nicht haben, als einheitliche Lieder mit Strophentheilung, nicht aber, wie im neunten Maṇḍala, als Conglomerate unabhängiger Lieder von je 3 Versen aufzufassen sein werden. In der That bestätigt sich die Zusammengehörigkeit der Tṛica-Strophen — und dasselbe gilt von den Pragâthas — zu Einheiten in zahlreichen Sûktas des achten Buches in vollkommen zweifelloser Weise, und alle Wahrscheinlichkeit spricht demnach dafür, dass auch die Hymnen, in welchen zufälligerweise directe Indicien fehlen, in gleicher Weise zu beurtheilen sein werden¹). Bald sind es Momente des Inhalts, des Zusammenhangs, welche die über den Strophen stehende Einheit erkennen lassen, bald ist es die Parallelität mehrerer Lieder untereinander²), oder ein das Ganze zusammenhaltender Schluss — etwa eine Dânastuti³) —, oder ein durch das ganze Lied durchgehender Refrain (34. 47. 62. 85), oder ein strophenweise wechselnder Refrain⁴), oder eine metrische Eigenthümlichkeit, wie der trochäische Tonfall des Gâyatrî-Ausgangs (16. 71. 79. 81), oder eine weniger gewöhnliche Verbindungsart der Ṭrica-Verse (eine Anushṭubh und zwei Gâyatrîs: 63. 74, vergl. 68), oder ein solches Characteristicum wie der häufige Ausgang der beiden letzten Pâdas eines Verses auf dasselbe Wort (70)⁵). Stets aber sind die Strophen, in welche die Lieder zerfallen — mag es nun der Sâmaveda sein, der über ihre Theilung Aufschluss giebt, oder der Refrain, oder das Metrum, oder was auch immer — entweder Pragâthas oder Ṭricas ¹).
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- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit