Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s5.8
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s5.8
- Language
- German
c4.s5.8
Der zweite Typus tritt vornehmlich bei dem Versmaass Gâyatrî, demnächst bei den übrigen von der Praxis der Udgâtar-Priester bevorzugten Metris (Bṛihatî, Uṣṇih, Paṅkti) auf, selten bei der Triṣṭubh, dem Hauptmetrum der Hotar-Liturgik. So liegt, da auch die Pragâtha-Strophe dem Udgâtar zugehört, der Zusammenhang der strophischen Composition mit der liturgischen Technik der singenden Priester (im Gegensatz zu den recitirenden) am Tage. Die Zusammengehörigkeit der Verse derselben Strophe und ihre Trennung von den danebenstehenden Strophen wird durch die Melodie, daneben dann, sobald diese in Gebrauch gekommen waren, durch die stoma-Verflechtungen, welche in der Udgâtar-Liturgik eine so grosse Rolle spielen, markirt gewesen sein. Was die Zahl der zu einer Strophe sich verbindenden Verse anlangt, erweist sich, soweit die einigermaassen sicheren Kriterien für die Annahme von Strophenbildungen reichen, die Dreizahl als in ausschliesslicher Geltung stehend. Nur ausnahmsweise sind die drei Verse der Strophe und ebenso nur ausnahmsweise die Strophen, welche zu einem Liede zusammentreten, unter einander metrisch verschieden ¹). Endlich muss hinzugefügt werden, dass sich nicht selten am Ende von Strophenliedern ein einzelner, über die Strophengliederung hinausragender Schlussvers findet, bisweilen von anderem Metrum als die Strophen.