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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s5.17

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c5.s5.17

Language
German

c5.s5.17

Man sieht, dass diese neun Sammlungen bis auf zwei Ausnahmen (Gotama, Kutsa) in der That nach aufsteigender Länge geordnet sind: ein Verhältnis, das schon an sich, auch wenn man nicht an die folgenden Maṇḍalas denkt, der rein zahlenmässigen Wahrscheinlichkeit nach nicht den Eindruck des Zufalls macht. Von jenen Ausnahmen betrifft die eine die Kutsasammlung. Eben diese aber nimmt, wie bekannt, bei den Vâṣkalas vermöge des in dieser Schule den Ṣâkalas gegenüber obwaltenden anukramaviparyâsa eine andre Stelle ein: sie steht dort hinter den Parucchepaliedern, also genau an der durch ihre Liedzahl geforderten Stelle. Die zweite jener Ausnahmen (Gotama) wird allerdings durch kein ähnliches Zeugnis beseitigt, aber sie bleibt allein übrig, und es ist wohl nicht zu kühn, wenn wir hier ähnliche Verschiebungen für denkbar halten, wie sie bei der Kutsasammlung zufälligerweise noch ihre Spuren zurückgelassen haben. Somit fänden wir der Wahrscheinlichkeit nach eine Sammlung von neun kleinen, aufsteigend geordneten Hymnencomplexen, die der Zahl nach an die Reihe der Bücher II—VII heranpassen und auch in ihrer inneren Anordnung, wie oben gezeigt wurde, mit den Anordnungsprincipien jener Bücher — bis auf solche Unterschiede, welche der geringe Umfang dieser Sammlungen leicht erklärt — hinreichende Uebereinstimmung bekunden ¹). Halten wir es danach für möglich, dass von I, 51 bis VII eine grosse Reihe von Liedsammlungen anzunehmen ist, so scheint mir mit einer derartigen Auffassung das Zugeständniss durchaus nicht unvereinbar, dass einige Sammlungen des ersten Maṇḍala allem Anschein nach etwas jünger sind, als die Hauptmasse der Bücher II—VII: nichts zwingt uns, die Vereinigung der Bücher zu einem Liedercorpus so nah an die Entstehung der älteren Bücher heranzurücken, dass nicht auch für das Zustandekommen merklich jüngerer Liedermassen dazwischen Zeit bliebe. Ebenso wenig schliesst der Umstand, dass an drei verschiedenen Stellen der grossen Sammlungsreihe Gotamidenserien erscheinen würden (I, 58-64. 74-93. IV), die Annahme einer solchen umfassenden Einheit aus. Die Gruppe von I, 58-64 wird durch die Nennungen des Nodhas und den Refrain prâtar makshû dhiyâvasur jagamyât so zu sagen localisirt; sie muss von einem bestimmten Sänger unter den Gotamas oder von dem um eine bestimmte Persönlichkeit versammelten Kreise herrühren. Auf Trennungen ähnlicher Art muss es auch beruhen, dass die Lieder I, 74-93 vom vierten Buche abgesondert stehen. In der That zeigen beide Sammlungen wesentlich verschiedene Characteristica: man beachte die Häufigkeit von Uṣṇih und Paṅkti sowie von Refrainliedern in I, 74 fgg., und dagegen die dort wahrzunehmende Seltenheit der in IV vorherrschenden Triṣṭubh. Chronologische Differenzen mögen gleichfalls eingreifen — in jedem Fall wäre es voreilig zu behaupten, dass ein solches Nebeneinanderstehen getrennter, irgendwie nach den näheren Umständen ihrer Entstehung unterschiedener Gotamasammlungen mit der Annahme einer von I, 51 bis VII reichenden Saṃhitā unvereinbar wäre.

Cites (1)