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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.105

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.105

Language
German

c6.105

Auf den ersten Blick zerlegen sich die vier verglichenen Texte in zwei Gruppen. Auf der einen Seite steht eine fest ausgeprägte Textgestalt, die nahezu ohne Varianten im Ṛv. und in der Vs. vorliegt, auf der andern in viel weniger bestimmter Fixirung diejenige der beiden schwarzen Yajurveden, welche durch eine Reihe von Lesarten sich als zusammengehörig erweisen²), jedoch in zahlreichen Fällen sich von einander entfernen. Die Abweichungen der Versfolge führen auf die nämliche Gruppirung; auch sie lassen den Character der Unveränderlichkeit auf der einen Seite, der erheblich geringeren Festigkeit auf der andern Seite deutlich hervortreten. Für die Fälle, in welchen nur M und nicht T, oder nur T und nicht M sich von RV entfernt, wird es am nächsten liegen, der Quelle von TM die Lesart von RV zuzuschreiben und in der Abweichung von T resp. M von RV zugleich eine Abweichung von dem Grundexemplar, auf das die beiden schwarzen Yajustexte zurückgehen — ich nenne dasselbe X — zu erblicken. Wie man also auch über den Werth von X gegenüber demjenigen von RV urtheilen mag: einer Lesart, die nur in T oder nur in M sich findet, während der andre dieser beiden Texte mit RV stimmt, wird kein Gewicht beizumessen sein, weil präsumirt werden muss, dass diese Lesart überhaupt nicht aus X stammt, sondern von secundärer Herkunft ist. Ausgeschlossen allerdings ist in einem Fall der bezeichneten Art auch eine andre Construction nicht ganz: die von RV abweichende Lesart könnte in X gestanden haben, aber in einem der beiden Abkömmlinge von X nachträglich durch die Lesart von RV verdrängt sein. Man wird gegenüber der einfacheren Auffassung, die wir vorher hinstellten, dieser Möglichkeit kein grosses Gewicht beimessen wollen, namentlich in Anbetracht der grossen Freiheit, mit der offenbar T wie M die Lesarten seiner Quelle behandelt hat, und welche die Annahme individueller Abweichungen jedes dieser Texte von seiner Grundlage durchaus erleichtert und empfiehlt ¹).

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