Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.112
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.112
- Language
- German
c6.112
Ehe wir dazu fortgehen, diese einstweilen nur versuchsweise auf Grund eines einzigen Sûkta gemachten Aufstellungen in weiterer Ausdehnung zu prüfen, knüpfen wir nur noch wenige Bemerkungen an die einzelnen Textvarianten, welche bei jenem Sûkta (X, 45) zu verzeichnen gewesen sind. Eine grosse Zahl derselben ergeben eine an sich vorwurfsfreie Textgestalt, welche den überlieferten Ṛigveda-Lesungen gleichberechtigt gegenüberstehen würde, so lange nicht die Autorität der Bezeugung den Ausschlag giebt. Beispielsweise ist unter den Lesarten von TM ritasya yonau (Vers 3, vergl. IX, 86, 25) an sich ebenso möglich wie apâm upasthe (vergl. VI, 8, 4), dyumnam (V. 9) ebenso wie sumnam¹). Von den nur durch T oder nur durch M vertretenen Lesungen würde âbabhûtha in Vers 2 vorwurfslos sein (vermutlich nach Rv. X, 84, 5 gemacht; vergl. noch Rv. X, 129, 6. 7); ebenso in Vers 3 ahinvan (vergl. Rv. IX, 73, 2; 86, 25; 97, 57) und agribhṇan (vielleicht aus VI, 8, 4 stammend), V. 6 viṣvasya jajñe bhuvanasya râjâ²); V. 8 ajaro' [a]bhavat sahobhiḥ; V. 11 dûtam kṛṇvânâ' ayajanta havyaiḥ (aus V, 3, 8 staminend; vergl. X, 122, 7). An der letzten Stelle fällt es übrigens als ungünstiges Characteristicum der schwarzen Yajustexte auf, dass sie die (scheinbare) Verbindung von Plural und Singular in viṣvâ vasu ebenso wie die ähnliche Verbindung von dhâma vibhṛitâ in Vers 2 (vergl. X, 80, 4) beseitigt haben. Characteristischer noch ist die mit Wahrscheinlichkeit, wenn auch nicht mit voller Sicherheit dem Grund-Yajurveda zuzuschreibende Lesart martyeshu in Vers 7; sie trägt den deutlichen Stempel der Zeit, in welcher sie entstanden ist: der Zeit, als das alte marta ungebräuchlich wurde und neben dem dreisylbigen Stamm martia, welcher (ausser marta) im Rv. allein herrscht, die zweisylbige Gestalt desselben martya im Vordringen begriffen war³). Nicht besser sehen von den in T allein vertretenen Lesarten vasoḥ in V. 5, pratarâm in
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