Pramāṇa · Search · About · API

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.177

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.177

Language
German

c6.177

Der Av. hat am Schluss des Verses aviṣvavinnâm¹). Man braucht nicht die Prätension zu haben, die in das Räthsel-lied I, 164 hineingeheimnisste Weisheit zu verstehen, um die grosse Wahrscheinlichkeit der Av.-Lesart ermessen zu können. Wie jenes Sûkta mit Gegensätzen zu spielen liebt, kann keinem Leser desselben entgehen: es sei erinnert an Vers 4 asthanvantam yad anasthâ bibharti; 16 striyaḥ satîs tâñ u me pumsa’ âhuḥ; 19 ye’ arvâñcas tâñ u parâca’ âhuḥ etc. So lässt sich vermuthen, dass in viṣvavidam und aviṣvaminvâm gleichfalls eine Antithese zu erkennen ist, und wenn es ein Zufall wäre, müsste es ein ausnehmend seltsamer Zufall sein, dass in aviṣvaminvâm fast Buchstabe für Buchstabe eben die Materialien vorliegen, aus welchen mit leichter Umstellung das für die Gewinnung einer solchen Antithese geeigneteste Wort aviṣvavinnâm sich machen lässt¹). Wenn wir nun gerade dies im Wort im Av. finden, so wird, wer nicht zu grundsätzlicher Skepsis entschlossen ist, hieraus das Fortleben alter Ueberlieferung in jenem Text mit grosser Wahrscheinlichkeit zu folgern sich berechtigt fühlen²).

Linked texts (2)