Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.196.1
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.196.1
- Language
- German
c6.196.1
führt hat. Nur auf den ersten Blick kann der Textzustand der Ṛicas in den Zeiten, in welchen jene Saṃhitâs sich bildeten, den Eindruck des durchaus Schwankenden machen und kann es den Anschein haben, als wenn die Anordner der verschiedenen Veden und unter ihnen die des Ṛigveda aus einer unbestimmten, von Mund zu Mund fliegenden Masse zahlloser gleich gut oder gleich schlecht gewährleiteter Möglichkeiten ihre Textformen geschöpft hätten. Die nähere Untersuchung beseitigt diese Auffassung durchaus. Sie weist, in zahllosen Fällen sich immer wiederholend, die Anzeichen der Nachlässigkeit, der Willkür, der modernisirenden Tendenzen nach, welche sich stets auf Seiten der andern Veden dem Ṛigveda gegenüber erkennen lassen. Sie stellt dadurch auch für die Textabweichungen, die an und für sich keinen Vorzug und keinen Nachtheil gegen einander haben würden, die Präsumtion fest, dass der Ṛig-Ueberlieferung geglaubt werden muss. Nur eine verschwindend kleine Zahl von Stellen¹ lässt sie übrig, an welchen in unsern Riktext eine Corruptel gerathen ist, während die übrigen Quellen sich von derselben frei erhalten haben.