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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.201.2

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.201.2

Language
German

c6.201.2

Es tritt dabei, wie jenem vorzüglichen Forscher nicht entgangen ist, sehr deutlich zu Tage, dass das Vordringen der -au-Formen über ihr eigentliches Gebiet hinaus eine wesentlich vorwiegende Eigenthümlichkeit der jüngeren Saṃhitâtheile ist, des zehnten Buchs und der Anhangslieder der übrigen Bücher¹. Gewiss meine ich nun nicht, dass in jedem einzelnen Fall das -â oder das -au genau so dasteht, wie der Dichter selbst es gesetzt hat. Aber so viel geht doch aus jenen Thatsachen hervor, dass die Theologen, in deren Mitte das zehnte Maṇḍala entstanden ist, auf die Ueberlieferung der älteren Maṇḍalas eine solche Sorgfalt gewandt haben, dass jene zwei absolut gleichbedeutenden, metrisch im Wesentlichen äquivalenten, nur durch einen Buchstaben unterschiedenen Formen, die für das eigne Sprachbewusstsein der Sänger des zehnten Maṇḍala begonnen hatten sich zu vermischen, doch im Text der älteren Lieder im Ganzen wenigstens richtig aus einander gehalten worden sind. Zu ähnlichen Betrachtungen findet man auf Schritt und Tritt Anlass. Es sei etwa an das Nebeneinanderstehen von gṛbṇâti und gṛhṇâtu, jagrabha jagṛbhma etc. und jagrâha jagṛihe erinnert, oder an die Erhaltung der alten Accentuation pratîcī pratícás neben dem pratícīm des späten Verses X, 18, 14 und den häufigen paroxytonirten Formen des Atharvaveda (Lanman 455), oder an das Nichtauftreten von Formen wie karoti akarot kurute, bis auf den Imperativ kuru an zwei Stellen des zehnten Buches, u. A. m.