Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.233
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.233
- Language
- German
c6.233
Wir wenden uns endlich zu einigen in denselben Zusammenhang gehörigen Abschnitten des 27. Buches der Vâj. Saṃhitâ. Von diesem Buch, welches Paralipomena zum Agniritual enthält, kommen für die Kritik des Ṛgveda die Verse 23-44 in Betracht. In 23-34 liegen Sammlungen von Anuvâkyâs und Yâjyâs vor; man ist hier berechtigt den Riktext zu erwarten²), und dieser tritt in der That durchweg auf bis auf den ganz auf der Oberfläche liegenden Fehler pîvoannâ für pîvoannân (Vers 23 = Ṛv. VII, 91, 3). Von Vers 35 an dagegen folgen Sâmantexte; sie gehören zu den Liedrecitationen, welche der Adhvaryu auf den Flügeln, dem Schwanze u. s. w. des als Vogel geschichteten Feueraltars auszuführen hat. Es sind die Verse Ṛv. VII, 32, 22-23; VI, 46, 1-2; IV, 31, 1-3; VI, 48, 1; VIII, 60, 9; VI, 48, 2. Sie finden sich, wie dies in der Natur der Sache liegt, sämmtlich im Sâmaveda wieder, und zwar mit folgenden beiden Abweichungen vom Riktext: VI, 46, 1 sâtau für sâtâ; IV, 31, 3 ûtaye für ûtibhiḥ. Die Vâj. Saṃh. hat in den zehn Versen dem Rv. gegenüber dieselben beiden Varianten, nicht mehr, nicht weniger: bei der durchgehenden Tendenz dieses Veda zum Anschluss an den Riktext ein überaus significantes Anzeichen dafür, dass die für Sâmanvorträge geltende besondre Textgestalt, als das Buch Vâj. Saṃh. XXVII redigirt wurde, feststand und von den Redactoren da, wo es sich um Sâmanvorträge handelte, berücksichtigt wurde¹).
Linked texts (2)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit
- Vājasaneyisaṃhitā — Sanskrit