Pramāṇa · Search · About · API

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.236

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.236

Language
German

c6.236

Zum Schluss dieser Erörterungen über die in den andern Samhitâs begegnenden Rigverse und -lieder wollen wir, wenn wir auch damit unzweifelhaft einen weiten Schritt über die Grenzen der eigentlichen Samhitàzeit hinaus thun, der eigenartigen, fast nur aus Elementen des Rigveda bestehenden Compilation gedenken, welche in der traditionellen Samhitâ des Atharvaveda als zwanzigstes Buch gerechnet wird. Dass dieses von dem sonstigen Inhalt des Atharvaveda sich weit entfernende Buch im Hinblick auf rituelle Zwecke des Śrautopfers zusammengestellt ist, hat man längst gesehen. Die nähere Bestimmung dieser, soviel ich weiss, bisher nicht richtig präcisirten Zwecke kann uns hier nur beiläufig beschäftigen, und möchte ich weitere Ausführungen einer gelegentlich zu gebenden Specialuntersuchung vorbehalten. Als man den Atharvaveda zum Veda der Brahmanpriester zu stempeln unternahm, fand sich erklärlicherweise, dass die ihm zugehörigen Texte für die Opferrecitationen jener Priester schlechterdings nicht hinreichten. Am fühlbarsten war dies beim Brâhmaṇâcchaṃsin, welcher, seiner eigentlichen Natur nach vielmehr dem Hotar nahestehend, zahlreiche ṣastraartige Recitationen vorzutragen hatte und der Brahmangruppe erst in relativ später Zeit, der symmetrischen Gruppirung der viermal vier Ṛitvij zu Liebe zugetheilt worden war. Man stellte also die dem Somaopfer und seinen Nebenformen angehörigen Recitationen der Brahmanpriester, in erster Linie des Brâhmaṇâcchaṃsin, in einer eignen kleinen Saṃhitâ zusammen. Dieselbe wurde natürlich dem Atharvaveda zugetheilt: und dies ist eben das in Rede stehende zwanzigste Buch ¹).