Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.59
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c6.59
- Language
- German
c6.59
Es muss der Textbehandlung im Einzelnen vorbehalten bleiben, die Fälle, in welchen der Sv. Richtiges bietet — sei es nun als überliefert, sei es als der Entstehung durch Conjectur verdächtig — in aller Vollständigkeit herauszustellen. Die Zahl derartiger Fälle ist — so viel darf schon hier mit grösster Sicherheit behauptet werden — eine überaus geringe. So ist es auch den meisten Vedaforschern gegenüber vielmehr nöthig, derartige von ihnen angenommene Fälle zu bestreiten, als dass man in der entgegengesetzten Richtung zur Polemik Anlass fände. Selbst die im Ganzen besonnene Kritik Grassmann’s kann meines Erachtens von dem Vorwurf einer Ueberschätzung der Sâman-Tradition nicht freigesprochen werden. So will Gr. in VIII, 24, 13 pra râdhasâ codayâte mahitvanâ aus dem Sv. die Lesart râdhâṃsi aufnehmen. Gewiss wäre râdhâṃsi unanstössig (vergl. VI, 48, 9), aber warum nicht auch der Instrumental (»er soll [uns] fördern durch Gabe«)? Vergl. I, 94, 15; V, 43, 9. Wäre die Bezeugung von rādhasā und rādhāṃsi gleichwerthig, so möchte man schwanken; gegenüber einer so vorzüglichen Ueberlieferung aber, wie die des Ṛv. ist, wird auf die missliche Autorität des Sv. hin eine über die leitenden Grundsätze ihres Verfahrens klare Kritik sich nie entschliessen können, die Lesart rādhāṃsi zu befürworten.
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- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit