Pramāṇa · Search · About · API

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s2.31.1

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s2.31.1

Language
German

c7.s2.31.1

Man wird danach kein Bedenken tragen, die Regel als wenigstens im Ganzen gültig hinzustellen, dass die zur Verlängerung neigenden Vocale an zweiter Stelle des Pâda vor kurzer dritter Sylbe lang, vor langer Sylbe kurz erscheinen. Unsre metrischen Untersuchungen liefern hier den Schlüssel zum Verständniss der scheinbar so unregelmässigen Behandlung der Verlängerungen, und die auf diese Weise erreichte Verständlichkeit der letzteren bestätigt umgekehrt unsre metrischen Resultate. Sehr schwierig aber ist die Behandlung der Ausnahmen, die hier ausserordentlich viel zahlreicher sind, als im Versausgang. Die Möglichkeit, dass die Liedverfasser selbst hier weniger consequent zu Werke gegangen sind, wird nicht ganz abzuweisen sein; andrerseits kann es auch nicht befremden, wenn die den Diaskeuasten offenbar in ihrer Begründung nicht mehr verständliche Setzung der Quantitäten in der zweiten Sylbe im Laufe der Ueberlieferung weit härter gelitten hat, als in der sechsten oder achten Sylbe, deren Wesen so viel klarer war, und über welche auch noch der Verfasser des Prâtiśâkhya sich orientirt zeigt. Hier im Tone zweifelloser Gewissheit zu sprechen fühle ich nicht als möglich, aber ich kann doch die Auffassung nicht unterdrücken, dass mir eine Kritik, welche recht weitgehende Befugnisse in Bezug auf Beseitigung der Ausnahmen beansprucht, die Wahrscheinlichkeit eher für als gegen sich zu haben scheint.