Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s2.31.3
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s2.31.3
- Language
- German
c7.s2.31.3
Mehrere Male ist, der Regel entsprechend, ṣrudhî havam überliefert; ferner, gleichfalls correct, ṣrudhî na’ indra und ṣrudhî no’ agne. Zwei Stellen blieben übrig, an welchen die Kürze gefordert war: ṣrudhi (überliefert ṣrudhî) no hotar und ṣrudhi (so überliefert) citrâmaghe. Offenbar abstrahirte nun die Diaskeuase aus den zuerst aufgeführten Stellen die Regel, die in der That als solche im Prâtiṣâkhya (471) aufgestellt wird, dass ṣrudhi vor naḥ langen Endvocal hat, und nach dieser Regel setzte man śrudhî no hotar. — Aehnlich formulirte man nach I, 25, 8. 9 vedâ ya’ upajâyate, vedâ ye’ adhyâsate¹ die sich auf den ersten Blick als unverständig verrathende Regel (Prâtiśâkhya 473), dass »bei Śunaśsepa« das Wort veda den Endvocal vor einem y verlängert: danach musste dann im Vers 7 die Lesung entstehen vedâ yo vînâm padam, während in einem ganz analogen Fall ausserhalb der Śunaśsepa-Lieder das Richtige unantastet erhalten ist: VI, 51, 2 veda yas trîni vidathâny eshâm. Aus Beobachtungen wie diesen werden wir die Zuversicht schöpfen dürfen, auch wo die Ueberlieferung sich noch weiter als hier von der Regel entfernt — man vergleiche z. B. Benfey’s Sammlungen über avâ, bhavâ, bodhâ, ṣikshâ² —, für den echten Text die Herrschaft oder doch die annähernde Herrschaft jener Regel vorauszusetzen, die an vielen Stellen in so unverkennbarer Klarheit am Tage liegt.