Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s2.56
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s2.56
- Language
- German
c7.s2.56
Die vierte Sylbe des Pâda bevorzugt an sich, wie die Metrik zeigt, die Länge, theilweise abgesehen nur von dem Fall, dass auf sie die Cäsur der Trishṭubh oder Jagatî folgt. Aber die Erscheinung steht fest, in der Ueberlieferung allzu stark ausgeprägt, als dass eine vorsichtige Kritik sie beseitigen dürfte, dass Verlängerungen der vierten nur einen Bruchtheil der Häufigkeit besitzen, welche bei der zweiten Sylbe auftritt; auch Vocale, die an sich der Verlängerung stark zuneigen, bleiben an der vierten Stelle meistens kurz. Wir werden uns, um dies zu verstehen, vergegenwärtigen müssen, dass die Verlängerungen der zweiten Sylbe sich nicht schlechthin aus der Tendenz erklären, eine Länge an zweiter Stelle zu schaffen, sondern vielmehr die Aufeinanderfolge zweier Kürzen in den Sylben II und III zu vermeiden. Von einer ähnlichen Tendenz in Bezug auf die Sylben III und IV kann aber höchstens beim achtsylbigen Pāda die Rede sein, und auch hier ist, wie unsre metrischen Zählungen zeigen, diese Tendenz kaum so ausgesprochen, wie bei den Sylben II und III. Immerhin, wie wir zur Vermeidung der Füsse ◡◡◡ häufige Verlängerungen der dritten fanden (S. 406), lässt es sich auch erwarten, dass im gleichen Fall da wo eine verlängerungsfähige vierte sich darbot, die metrische Praxis sich der Verlängerung auch dieser Sylbe zugeneigt haben wird. Fälle derart sind in der That eine bevorzugte und wohl auch von Seiten der Textkritik die gesicherteste Heimath der verlängerten vierten Sylben, so z. B.