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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s2.59

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s2.59

Language
German

c7.s2.59

Beim achtsylbigen und zwölfsylbigen Pāda, wo wir bei kurzer dritter Verlängerungen der zweiten als regelmässig zu constatiren hatten, sind Verlängerungen der vierten unter der gleichen Bedingung aus naheliegenden metrischen Gründen nicht zu erwarten. Ueberblickt man die überlieferten Fälle der verlängerten vierten, welche sich aus Benfey’s Zusammenstellungen ausziehen lassen, so findet man in der That die Tradition in Bezug auf diese Verschiedenheit der Gâyatrî-reihe einerseits, der Trishṭubh-Jagatîreihe andrerseits¹ im Ganzen wenigstens in recht bemerkenswerthem Einklange mit dem, was die metrische Theorie erwarten lässt. Die sehr grosse Mehrzahl unter den Fällen der Verlängerungen betrifft achtsylbige Pâdas. Wir exemplificiren an ein paar einzelnen Worten. Piba findet sich so dass sein a die vierte Stelle einnimmt, zwölfmal: zweimal in der kürzeren, zehnmal in der längeren Reihe. Unter jenen zwei Fällen hat die Ueberlieferung einen Fall der Verlängerung agram pibâ madhûnâm (IV, 46, 1), während unter den zehn gegenüberstehenden sich kein einziger findet. — Śrija steht dreimal so, dass sein a auf die vierte Stelle fällt. Einmal ist das a verlängert: in einem achtsylbigen Pâda (I, 13, 11); zweimal ist es kurz: beidemal in elfsylbigen Pâdas (I, 31, 18; X, 16, 5). — Yadi mit dem i an vierter Stelle des Pâda erscheint 13 mal. In sämmtlichen drei Fällen achtsylbiger Pâdas ist das i verlängert (V, 74, 5; IX, 14, 2; X, 22, 10); dagegen in acht von den zehn, welche auf elf- oder zwölfsylbige Pâdas fallen, ist es kurz (I, 56, 4; III, 31, 13; IV, 21, 6; 26, 5; 27, 3; V, 48, 4; IX, 86, 46; X, 61, 25), lang nur III, 31, 6; IX, 97, 22, an welchen Stellen wir demnach geneigt sein werden die so leicht begreifliche Verwirrung der beiden Formen yadi und yadî in der Ueberlieferung resp. Diaskeuase anzunehmen. So müssen wir denn, meine ich, überhaupt gegen Verlängerungen der vierten Sylbe von Trishṭubh und Jagatî misstrauisch sein, wenigstens dann wenn zur Motivirung derselben nichts als eine kurze dritte sich darbietet. Anders freilich scheint die Sache da zu stehen, wo sich die fünfte Sylbe zur Erklärung einer Verlängerung der vierten heranziehen lässt. Wir zeigten oben (S. 54), mit welcher Energie die metrische Praxis, wenn die Cäsur hinter der fünften steht, als Compensation für kurze vierte eine Länge an der fünften Stelle fordert. Hiernach muss es als sehr glaublich erscheinen, dass man bei der bezeichneten Stellung der Cäsur, um die Combination ◡◡ für die Sylben IV und V zu vermeiden, zu Verlängerungen der vierten gegriffen hat. Die Materialien, welche die Tradition giebt, scheinen auch hier wieder in erfreulicher Weise in der gleichen Richtung mit dem zu liegen, was die Metrik uns a priori erwarten lässt. Unter den wenigen Fällen der verlängerten vierten mit der auf die fünfte folgenden Cäsur ist verhältnismässig auffallend häufig die Combination vertreten, dass die Sylben IV und V ohne die Verlängerung den verpönten Pyrrhichius bilden würden. So finden wir:

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