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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s3.15

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s3.15

Language
German

c7.s3.15

Das Prâtiṡâkhya (284. 289, vergl. 299) grenzt die Fälle, in denen ein nach dem Standpunct der indischen Grammatik auslautendes n vor Vocalen den Anusvâra resp. ṃ ergiebt, in der Art ab, dass dieser Wandel nach langem³), nicht nach kurzem Vocal eintreten soll. Man sieht, dass diese Distinction fast vollständig mit derjenigen, auf die es in Wahrheit ankommt, zusammenfällt: ursprünglichem ns geht fast stets langer Vocal (Acc. plur.; Nom. sing. auf -ân¹); s-Aorist wie ayân), ursprünglichem n und nt fast stets kurzer Vocal voran (Nominalformen auf -an, -in; Loc. sing. des Pronomens auf -smin; 3 plur. des Verbums; Nom. sing. des Part. praes.). Unzutreffend dagegen ist das Kriterium der Vocallänge zunächst bei dem -ân für -ânt der 3 plur. Conjunctivi. Diese Form findet sich vor einem innerhalb desselben Pâda folgenden Vocal an fünf Stellen: I, 84, 18; III, 33, 8; VI, 67, 11; VIII, 79, 5; X, 10, 10: und allemal ist das -ân unverändert geblieben, also nach dem Standpunct des Prâtiśâkhya eine Ausnahme gemacht worden, die denn auch als solche verzeichnet wird (292). Man sieht, wie in diesem Festhalten einer Besonderheit, welche für die indische Grammatik schlechterdings unerklärlich sein musste, sich die treue, durch künstliche Verallgemeinerungen hier nicht getrübte Erhaltung des Textes glänzend bewährt. Ausser diesen Conjunctiven weist der überlieferte Riktext von der Regel über das Auftreten des -âñ, -îñr, -ûñr vor folgendem Vocal desselben Pâda fast keine Ausnahmen auf; von den 11 Ausnahmen, welche in der betreffenden Regel des Prâtiśâkhya (292) nach Abrechnung der Conjunctive übrig bleiben, verschwinden zwei (I, 88, 5; 120, 2), weil das -ân an einem von den Grammatikern verkannten Pâdaende steht — ein neuer Beweis davon, dass in diesen Erscheinungen der Text vorzüglich erhalten ist —; in vier andern Fällen liegen überhaupt nicht Rigverse sondern Praishatexte vor. So bleiben nur fünf wirkliche Ausnahmen übrig, welche ohne jedes Bedenken — man erinnere sich an die oben (S. 389 fg.) bei Gelegenheit des Abhinihita Sandhi entwickelten methodischen Principien — auf eine Verwirrung der Ueberlieferung zurückgeführt werden dürfen, von der es nicht befremden kann, dass sie eingetreten ist, sondern höchstens, dass sie nicht grössere Dimensionen angenommen hat¹).

Cites (2)