Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s5.1
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s5.1
- Language
- German
c7.s5.1
Es ist längst bemerkt, dass die Laute, die im überlieferten Text e und o geschrieben werden (einschliesslich des aus as hervorgegangenen o), vor folgendem a die Geltung von Kürzen haben ³). Abgesehen von den Ausnahmen, welche auf der eigenthümlichen Natur des e und o in wenigen bestimmten Worten beruhen — einigen Fällen der Pragṛihya-Vocale, von denen unten näher die Rede sein wird —, kann die Kürze jener Laute in der bezeichneten Stellung mit Sicherheit als ein für den Ṛigveda schlechthin giltiges Factum behauptet werden. An Versstellen, welche die Länge fordern, erscheint derartiges e und o nur in dem Umfang, wie überhaupt jeder kurze Vocal in der Praxis der vedischen Dichter gelegentlich auch an eine solche Stelle gesetzt wird. Dass es sich in der That nur um Licenzen dieser Art und um kein wirkliches Schwanken in der Quantität des e und o handelt, geht sehr bestimmt daraus hervor, dass die Ausnahmen fast durchweg die achte Sylbe der Triṣṭubh oder Jagatī betreffen, an welcher Stelle in Bezug auf die Zulassung von kurzen Endsylben eine besonders weite Praxis besteht (oben S. 60 fg.).