Pramāṇa · Search · About · API

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s8.13

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s8.13

Language
German

c7.s8.13

Man wird nicht bezweifeln, dass das zweite Schema das der wirklichen Sprache — in grösserer oder geringerer Annäherung — entsprechende ist, das erste aber eine hieratische Vortragsweise darstellt, die eben auf der bezeichneten, rein willkürlichen und künstlichen Verschiebung beruht²). Die Natur der Sache entscheidet in der That klar genug über das Verhältniss der beiden Systeme³); was wir im einen als befremdend hervorhoben, zeigt in dem andern verständliche Gestalt. Täusche ich mich übrigens nicht, so finden wir die von Pāṇini gelehrte Betonung auch im Wesentlichen in verschiedenen vedischen Saṃhitās wieder. So zunächst bei den Maitrāyaṇīyas. Dieselben haben directe Bezeichnungen für unsre Elemente A, B, C; D aber bleibt unbezeichnet, wird also offenbar als von B verschieden, als eine eigne, gewiss zwischen A und B liegende Tonhöhe besitzend aufgefasst. Auch von der Zifferbezeichnung der Ārcikas des Sāmaveda glaube ich — ohne alle Schwierigkeiten derselben lösen zu können —, dass sie am ersten verständlich wird, wenn man dem Svaritazeichen 2 in seinem ersten Theil den Werth des Udātta (1), in seinem zweiten Theil einen Mittelwerth zwischen 1 und 3 (dem Anudātta) beilegt¹. Die auf den Svarita (2) folgenden Pracayasylben haben im Sāmaveda kein eignes Zeichen, was so viel heisst, als dass das Zeichen 2 für sie fortgilt: dies muss aber natürlich nicht dahin verstanden werden, dass die doppelte in 2 enthaltene Tonhöhe sich bei jeder dieser Sylben wiederholt, sondern dass die Tonhöhe, welche dem Ende der mit 2 bezeichneten Sylbe zukommt, auch über die folgenden Sylben sich erstreckt.

Linked texts (1)