Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s8.7
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c7.s8.7
- Language
- German
c7.s8.7
Bezeichnen wir den Accent der Sylbe, welche der Hochton sylbe vorangeht, mit A, den Udâtta dieser Sylbe selbst mit B, den Accent der folgenden Sylbe mit C, die Accente der dann folgenden Sylben — bis das dem nächsten Hochton vorangehende A eintritt — mit D, so kommen bekanntlich nach dem Rik Prâtiśâkhya diesen Accenten, in deren Folge sich die regelmässige Tonbewegung darstellt, die nachstehenden Werthe zu: A ist Anudâtta, B Udâtta, C zuerst höher als Udâtta, dann als Udâtta gesprochen, D als Udâtta gesprochen. Dabei befremdet es, wie oft bemerkt worden ist, dass C — wie man meinen sollte, der Uebergang vom Hochton zum Tiefton — höher anhebt als der Hochton selbst¹); das Niveau, zu welchem C hinabführt, sollte tiefer liegen als der Hochton, aber in der That liegt es auf der Höhe des Hochtons, welche im zweiten Theil von C erreicht und dann in D festgehalten wird, so dass zahlreiche Sylben, die an sich kein Recht dazu haben, auf die Hochtonhöhe gehoben erscheinen (bei D). Wesentlich andere sind die Verhältnisse, wie sie Pânini (I, 2, 29 fgg.) beschreibt. Nach ihm geht C von der Udâttahöhe aus und führt zum Anudâtta hinab (31. 32)²). Dem entsprechend ist D an sich Anudâtta, welchem hier die Natur der Ekaṣruti beigelegt wird (39). Ebensowenig aber wie in dem System des Ṛik Prātiṣākhya fällt hier D mit A, der Tiefton nach dem Hochton mit demjenigen vor dem Hochton zusammen; der letztere liegt vielmehr nach beiden Systemen tiefer als der erstere. Im Prātiṣākhya war D Udātta, A Anudātta; hier (Sūtra 40), wo D Anudātta ist, erscheint für A eine Bezeichnung, die diesen Ton als einen unter die gewöhnliche Höhe gesenkten Anudātta characterisirt, sannatara (Schol. anudāttatara). Man sieht, dass die beiden Systeme sich durch eine Verschiebung unterscheiden, bei welcher alle Elemente ausser B dieselbe relative Lage behalten, aber im Verhältniss zu B auf- oder abwärts gerückt sind. Es lässt sich etwa folgende Veranschaulichung geben¹):
Linked texts (1)
- Aṣṭādhyāyī — Pāṇini, Sanskrit