Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c8.19
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c8.19
- Language
- German
c8.19
In den uus überlieferten Zählungen der Verse bez. der Vargas der ganzen Saṃhitâ finden sich mannichfache Differenzen, die sich zum Theil als auf verschiedener Be-rechnungsweise beruhend erklären, zum Theil mir wenigstens einstweilen unerklärlich sind, aber, so viel ich sehe, nicht die Annahme zulassen, dass die Vâshkalaśâkhâ dabei im Spiele sei. Die Verszahl wird im Commentar des Caraṇavyûha fol. 16 auf 10 552 mit, 10 472 ohne die Vâlakhilyas ange-geben; dabei sind die sog. naimittikadvipadâs (die, wie z. B. die dvip. virâjas, entweder einzeln oder zu je zweien als Verse gezählt werden können) einzeln gerechnet. Eine von mir selbst angestellte Zählung erweist die angeführten Zahlen als unserm Text entsprechend. Nur scheinbar verschieden von diesen Daten sind diejenigen, welche sich in demselben Commentar fol. 19 finden. Dort werden gezählt (ohne die Vâlakhyas) 10 496 Verse bei paarweiser, 10 566 bei einzelner Berechnung der 140 naimittikadvipadâs, endlich 10 580 Verse und ein Pâda (nämlich X, 20, 1) bei Hinzurechnung des Samjñâliedes (oben S. 495). Unter diesen Zahlen ist es die Zahl 10 566, welche mit der Zahl 10 472 der vorher erwähnten Zählungen in Vergleich zu stellen ist. Die Differenz von 94 erklärt sich aus der verschiedenen Berechnung derjenigen Verse, die aus drei Ardharcas bestehen: beim Opfer werden die drei ardharcas als ein Vers betrachtet, beim Textvortrag als zwei Verse (»ardharcadvayena ṛig ekâ, ardharcenaikâ«, MS. fol. 17'); die Zahl derartiger Verse in der Saṃhitâ aber beträgt 94 ¹). — Die grösste der eben aufgeführten Summen, 10 580 Verse und ein Pâda, ist eine alttraditionelle Zahl; sie wird bereits von Śaunaka angegeben (Anuvâkânukr. Vers 43). Aber die scheinbar so vollkommene Uebereinstimmung dieser Zahl mit der Berechnung des Caraṇavyûha-Commentars bez. mit unsrer eignen, am Vulgatatext vorgenommenen Zählung halte ich für verdächtig; ich glaube, dass künstliche Operationen im Spiele gewesen sind, um diese Uebereinstimmung herbeizuführen. Dies zu erweisen stelle ich einige Zählungen der Vargas, aus welchen die Ṛiksaṃhitâ besteht, zusammen; die erste dieser Zählungen ist die der Anuvâkânukramaṇî (Vers 40-42); die zweite liegt in einigen Versen vor, welche im Caraṇavyûha-Comm. (fol. 6. 21 fg.) mehrfach citirt und erklärt sind: hier ist das Sam-jñâna mit seinen 4 Vargas = 15 Versen mitgerechnet; die dritte Zählung ist meine eigne. Die Vâlakhilyas sind bei allen Zählungen ausgeschlossen; die naimittikadvipadâs sind zu je zweien als ein Vers gerechnet.
Linked texts (2)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit
- Anuvākānukramaṇī — Śaunaka, Sanskrit