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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c8.46

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c8.46

Language
German

c8.46

Nur ein sowohl in der Bṛihaddevatâ wie im Ṛigvidhâna zu unsrer Saṃhitâ hinzukommender Text — er ist bis jetzt unerwähnt geblieben —, beansprucht eine eigne, abweichende Beurtheilung: ein Fall, dessen besondre Sachlage jeden Gedanken daran ausschliesst, dass, was hier gilt, noch etwa auf andre nicht näher bekannte unter den in Rede stehenden Textstücken zutreffen könnte. Ich meine die Mahânâmnî-verse. Sie werden von der Bṛihaddevatâ wie dem Ṛigvidhâna hinter dem Liede X, 191 und hinter dem Saṃjñânasûkta, also hinter dem feststehenden Schluss der Śâkala- wie der Vâshkalasaṃhitâ aufgeführt. Im Upâkaraṇaceroniell bei Baudhâyana¹ finden wir die Mahânâmnyas hinter dem zehnten Maṇḍala so erwähnt, als wenn sie einen eignen, den Maṇḍalas coordinirten Abschnitt der Saṃhitâ bildeten. Weiteres Licht fällt auf die eigenthümliche Stellung der Mahânâmnyas durch die Angabe des Śâṅkhâyana (Gṛihya II, 11. 12; vergl. auch Âśvalâyana Śraut. VIII, 14, 2), dass diese Verse den am Ende des regulären Vedastudiums — also nach den zehn Maṇḍalas — zu studirenden Rahasyatexten angehören; sie nehmen unter diesen die erste Stelle ein. So erscheinen denn auch jene Verse bei den Aitareyiṇas im Âraṇyaka als dessen viertes Buch. Was als Rahasya im Walde studirt wird, kann seiner Form und seiner literaturgeschichtlichen Stellung nach sich ebenso wohl zur Saṃhitâ — und dies ist bei den Mahânâmnyas offenbar der Fall — wie zum Brâhmaṇa oder zum Sûtra stellen; es kann ein älterer oder ein modernerer Text sein. So werden wir, wie das Rahasyacapitel des ersten Sâmavedârcika — bekanntlich erscheinen auch hier die Mahânâmnîverse — der Sâmasaṃhitâ, oder die Pravargyabücher der Vâj. Saṃh. zugehören, wohl auch die Mahânâmnyas¹ geradezu als ein Stück der Ṛiksaṃhitâ zu betrachten haben, welches lediglich aus einem der rituellen Unterrichtstechnik angehörigen Grunde keinen Platz innerhalb der zehn Maṇḍalas gefunden hat.

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