Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c8.8
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c8.8
- Language
- German
c8.8
Eine bekannte Angabe der Anuvâkânukramaṇî (Vers 36) lehrt, dass die Vâshkalaśâkhâ acht Hymnen mehr hatte als die Śâkalaśâkhâ: jene zählte 1025, diese 1017 Sûktas. Angaben, die sich in einem Commentar zum Caraṇavyûha finden ¹, ermöglichen uns die genaue Bestimmung dieser acht Hymnen. Die Vâshkalaśâkhâ, dies lehrt uns jener Commentar, stellte die beiden ersten Vâlakhilyahymnen (VIII, 49. 50) an eben die Stelle, an welcher wir sie lesen; die folgenden fünf Vâlakhilyalieder (VIII, 51-55) folgten auf VIII, 94 ²); die letzten vier Vâlakhilyas fehlten. Am Ende der ganzen Saṃhitâ, hinter X, 191, folgte bei den Vâshkalas noch das Saṃjñânalied von 15 Versen: der letzte Vers dieses Liedes (tac cham yor â vṛiṇîmahe etc.) wird auch anderweitig öfters als der Schlussvers des Ṛigveda in der Vâshkalaṣâkhâ namhaft gemacht¹. So ergeben sich, wenn man die Ṣâkalaṣâkhâ mit Ausschluss der Vâlakhilyas rechnet, bei den Vâshkalas acht Lieder mehr als bei den Ṣâkalas. Ohne hier in Bezug auf die Entstehung der betreffenden Abweichungen eine Vermuthung zu wagen, möchte ich doch hervorheben, dass die angeführten Daten auf die Autorität der Vâshkala-Ṣâkhâ kein sehr günstiges Licht werfen. Die Ablösung der beiden ersten Vâlakhilyas von den folgenden, welche mit ihnen durch die gemeinsame Form der paarweisen Parallelität und durch andre Beziehungen zusammengehalten werden, vor Allem aber das Abschneiden des achten Liedes von dem siebenten, zwischen welchen genau die nämliche Corresponsion besteht wie zwischen den vorangehenden Hymnenpaaren²: dies sind Momente, in welchen sich die Tradition der Vâshkalas derjenigen der Ṣâkalas keineswegs überlegen erweist. Auch das angeblich 15versige Saṃjñânalied am Ende des zehnten Maṇḍala führt auf keine günstigere Beurtheilung der Vâshkala-Varianten. Die fünf Verse, welche M. Müller und Aufrecht als Pariṣiṣṭa zu Ṛv. X, 191 geben, sind bedenklich genug; insonderheit der fünfte, der stellenweise aus dem Metrum herausfällt und ganz in den Character der Yajusprosa hinübergeräth. Noch deutlicher würde sich die moderne Herkunft in den folgenden Versen zu erkennen geben, wären dieselben wirklich dem Liede zuzurechnen (s. unten). Uebrigens verletzt das Sûkta, mag es nun 5 oder 15 Verse haben, das Ordnungsgesetz des zehnten Maṇḍala.
Linked texts (2)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit
- Anuvākānukramaṇī — Śaunaka, Sanskrit