Pramāṇa · Search · About · API

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c9.14

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c9.14

Language
German

c9.14

In scharfem Gegensatz zu der Tradition, welche dem Vedatext des Śânkhâyana nur eine verschwindend geringfügige Differenz der Vulgata gegenüber zuschreibt, stehen die neuerdings von A. Hillebrandt ²) vorgetragenen Auffassungen über die textgeschichtliche Bedeutung des Śânkhâyana. Wir haben uns hier mit den Aufstellungen dieses Forschers über die vormalige Existenz und die hohe Autorität einer »älteren, durch den Opferdienst erhaltenen Vedarecension« zu beschäftigen, deren Spuren er in einer Reihe von Fällen bei Śânkhâyana nachzuweisen sucht. Theils nimmt er an, dass die Angaben des Śânkhâyana zwar auf Grund des uns überlieferten Textes gemacht sind, dass aber die an diesem Text vorzunehmenden Versumstellungen, Auslassungen u. dergl., welche S. vorschreibt, eine ältere Textgestalt ergeben; theils (S. 199. 202) vermuthet er auch, dass überhaupt der Bestand gewisser Hymnen, wie S. sie kannte, ein andrer war als der uns vorliegende. Eine eigne »Recension« des Rv. im strengen Sinne will H. übrigens nicht verstanden wissen; er denkt allein an die »vielfach reinere Ueberlieferung, welche bei der rituellen Verwendung der Lieder hervortritt« (ZDMG. XL, 712). Die principielle Bedeutung, welche diesen Auffassungen zukommen würde, macht es nöthig, dass wir auf dieselben näher eingehen.