Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c9.30
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c9.30
- Language
- German
c9.30
Wir knüpfen einige weitere Bemerkungen an Rigv. X, 81 (Hillebrandt 200 fg.). Śâṅkhâyana (VI, 11, 9) führt dies Lied an, indem er die Auslassung des vierten Verses vorschreibt, und Hillebrandt vermuthet, dass auch hier die Opferrecension einen älteren Zustand bewahrt habe. Konnte aber überhaupt Śâṅkhayana das ganze Lied ohne Auslassung verwenden? Es handelt sich an jener Stelle nicht um zusammenhängende Recitationen, sondern die Yâjyâ- und Puronuvâkyâ-Verse für eine Reihe von Opferthieren werden angegeben: für jedes Thier resp. für jede Gottheit, welcher ein Thier zukommt, sechs Verse, nämlich drei Puronuvâkyâs (für die vapâ, den puroḍâṣa und die aṅgâni) und drei entsprechende Yâjyâs. Für das Thier des Viṣvakarman entnahm Śâṅkhâyana die betreffenden Verse dem Liede X, 81, ausser X, 82 dem einzigen Liede an diese Gottheit. Da dasselbe aber sieben Verse hat und nur für sechs Verse Verwendung war, musste natürlich ein Vers weggelassen werden; dass hierzu gerade Vers 4 ausersehen wurde, mag Zufall sein oder mag auch darauf beruhen, dass eben in diesem Verse Viṣvakarman etwas weniger deutlich im Vordergrunde steht, als in den übrigen¹. Für die Textgeschichte also kann die Vorschrift des Śâṅkhayana, weil aus rituellen Gründen unvermeidlich sich ergebend, nichts lehren².
Linked texts (2)
- Śāṅkhāyanaśrautasūtra — Śāṅkhāyana, Sanskrit
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit