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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c9.53

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c9.53

Language
German

c9.53

Natürlich setzt keineswegs jede Erklärung die Form des Erklärten wirklich voraus, welche sie nach unsern Begriffen von Exegese voraussetzen müsste, und gewiss wird man im zweifelhaften Falle recht thun, dem Yâska eher eine kühne oder unmögliche Erklärung des traditionellen Textes, als eine Abweichung von diesem Text zuzuschreiben. Ganz ablehnen kann man immerhin die Existenz solcher Abweichungen nicht. Die in der Paraphrase von Ṛv. X, 82, 4 (Nir. VI, 15) durchblickende Variante, die sich mit der Yajurveda-Tradition berührt, ist schon oben (S. 313) besprochen worden. In Ṛv. V, 39, 1 lässt Yâska’s Erklärung (Nir. IV, 4) — wenigstens so wie wir sie lesen¹) — auf die im ersten Augenblick bestechende Variante citram schliessen, die aber gegenüber der dem Sinne nach tadellosen, durch den Sâmaveda und das Metrum geschützten Lesart der Vulgata (citra) doch nicht acceptirt werden kann²). In Ṛv. VIII, 77, 11 wird nach Yâska’s Umschreibungen ardanavedhinau gamanavedhinau ṣabdavedhinau dûravedhinau wohl statt des überlieferten ṛidûvṛidhâ eine Lesart ṛidûvidhâ vorausgesetzt werden dürfen. — Verhältnismässig häufig zeigt das dem Nirukta angehängte Pariṣiṣṭa in seinen Paraphrasen — auch hier wieder handelt es sich nur um diese, nicht um die Textanführungen selbst in der uns vorliegenden Gestalt — Varianten gegenüber der Rig-Vulgata, denen übrigens irgend welches Gewicht offenbar nicht beizulegen ist. Es genüge auf die Verse IX, 97, 40 (Nir. XIV, 16) und I, 164, 15 (Nir. XIV, 19) hinzuweisen.

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