Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c9.7
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c9.7
- Language
- German
c9.7
Zu Grunde liegt diesen Zählungen, wie man sieht, stets der Śākalatext mit seinen 152 585 Worten excl. Vālakhilya: die verschiedene Ausdehnung, in welcher zu diesem feststehenden Hauptposten die Hinzufügung der Vālakhilyas vollzogen wird, begründet — und erschöpft zugleich nach dieser Darstellung offenbar — den Unterschied des Riktextes der Āśvalāyanas und Śāṅkhāyanas. Fügt man das Vālakhilya so wie wir es lesen mit seinen 18 Vargas und 1207 Worten hinzu, erhält man den Āśvalāyanatext²). Fügt man das Vālakhilya in einer gegenüber dem eben bezeichneten Umfang um einen Varga = 58 Worten verminderten Ausdehnung hinzu³), erhält man den Śāṅkhāyanatext, der zwar von den drei Versen jenes ausgelassenen Varga zwei im Liede X, 88 wieder einschiebt, aber als Khila und deshalb die Zählung nicht beeinflussend. Der Vāshkalatext aber mit seiner vollgiltigen Aufnahme von Vâlakh. 1-7 und seiner Verwerfung der übrigen Vâlakhilyas bleibt, wie man sieht, bei allen diesen Erörterungen gänzlich ausser Betracht. Und man kann aus dem, was über die Âsvalâyana- und Sânkhâyanaśâkhâ gesagt wird, auch nicht entnehmen, dass zwei diesen Benennungen entsprechende Recensionen des Riktextes in dem Sinne, wie die Sâkalarecension eine solche ist, statuirt werden könnten oder von unserm Gewährsmann in der That statuirt worden seien; vielmehr handelt es sich lediglich um das Mitrechnen oder Nichtmitrechnen der Vâlakhilyas und speciell um den einen Punct, dass in Bezug auf VIII, 58 das Sûtra des Sânkhâyana eine andre als die sonst geltende Auffassung zeigen soll und möglicherweise in der That zeigt. Die Stelle des Sânkhâyana, die hier in Betracht kommt, ist offenbar XVI, 13: dve srutî aṣriṇavam pitṛ̂ṇâm iti brahmodgâtâram pricchati, dvitîyayâ pratyâhaikântarayâ pricchaty, uttarayâ pratyâha. Also ein ritueller Dialog bestehend zunächst aus X, 88, 15. 16, dann aus Vers 18 und, sollte man meinen, 19. Aber statt Vers 19 giebt der Commentar den Vers VIII, 58, 2 an, welcher in der That, wie auch Sâyaṇa zu diesem Verse bemerkt, auf die in Vers 18 gestellten Fragen antwortet. Dass Sânkhâyana wirklich eben diesen Vers im Auge gehabt habe, ist, wenn auch nicht sicher, doch gewiss möglich und entspricht in jedem Fall der Angabe des Caraṇavyûha-Commentars. Falls danach in der That an dieser Stelle ein andres als das überlieferte Aussehen des Textes bei Sânkhâyana anzunehmen ist, so betrifft doch, wie nicht übersehen werden darf, die Variante nur so zu sagen die Peripherie des Vedatextes: es handelt sich auf der einen Seite um eines der letzten Vâlakhilyas, das noch dazu in mehreren Handschriften fehlt, auf der andern Seite um eine Einfügung in das Lied X, 88, für welche von denen, die sie machten, nur die Geltung eines Khila beansprucht wurde¹).
Linked texts (2)
- Śāṅkhāyanaśrautasūtra — Śāṅkhāyana, Sanskrit
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit