Grammatik der Prakrit-Sprachen c2.s2.104
Grammatik der Prakrit-Sprachen c2.s2.104
- Language
- German
c2.s2.104
§ 44. In der vorliegenden Grammatik ist zum ersten Male der Versuch gemacht worden, alle Prākṛitdialekte neben einander zu behandeln und das ganze vorhandene Material zu verwerten. Seit LASSEN sind neu bekannt geworden AMg. JM. und fast ganz auch M., also die wichtigsten Dialekte mit der umfassendsten Litteratur. Von mir sind neu eingeführt Dh. D. Ā. JŚ., von denen wir bis jetzt nur wenige Textproben haben. S. Mg. sind einer eingehenden Revision unterzogen worden. Wie schon bemerkt (§ 19. 22. 23), sind die meisten Texte in AMg. Ś. Mg. noch immer ganz unkritisch herausgegeben, viele völlig unbrauchbar für grammatische Zwecke. Eine Hauptaufgabe war daher, wenigstens für S. Mg. zuverlässiges Material zu beschaffen, und ich habe für manche Dramen drei bis vier verschiedene Ausgaben benutzt, eine zeitraubende und leider nicht immer erfolgreiche Arbeit. Bei AMg. war dies nicht möglich, und hier werden kritische Ausgaben später manches zu verbessern finden. Andrerseits hoffe ich, diesen trotz dem mangelhaften Material sehr oft vorgearbeitet zu haben. Obwohl, wie gezeigt, das Skt. nicht die einzige Quelle des Pkt. ist, musste selbstverständlich die ganze Darstellung darauf aufgebaut werden. Pāli, die Aśokadialekte, der Leṇadialekt und die neuindischen Sprachen sind nur in ganz beschränktem Masse zum Vergleiche herangezogen worden, obwohl mir das Material reichlich zur Hand ist. Der Umfang der Arbeit, die die Grenzen des Grundrisses weit überschreitet, wäre sonst noch erhebriger geworden. Ebenso sind linguistische Hypothesen ausgeschlossen worden. Es galt erst, eine sichere, philologische Grundlage zu schaffen, und das dürfte für die meisten Dialekte erreicht worden sein. Die Citate sind mitunter reichlicher gegeben, als man für nötig halten könnte. Die Kenntnis des Pkt. und seiner Litteratur ist aber auf so enge Kreise beschränkt, dass es mir wünschenswert erschien, die Beweise für die Regeln nicht zu knapp zu bemessen und zugleich auch für das Lexicon einen Anfang zu machen.