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Grammatik der Prakrit-Sprachen c2.s2.14

Grammatik der Prakrit-Sprachen c2.s2.14

Language
German

c2.s2.14

§ 33. Jedenfalls ist Vr., wenn nicht der älteste, einer der ältesten Pktgrammatiker. Seine Grammatik führt den Namen Prākṛtaprakāśa und ist mit Anmerkungen und Übersetzung herausgegeben worden von COWELL: The Prākṛita-Prakāśa: or, The Prākṛit Grammar of Vararuci, with the Commentary (Manoramā) of Bhāmaha. Second Issue. London 1868 (zuerst Hertford 1854). Einen Textabdruck gab neu RAMA SHASTRI TAILANGA. Benares 1899. Vr. behandelt in Pariccheda 1—9 die M., in 10 die P., in 11 die Mg. und in 12 die S. Der Text ist z. T. sehr schlecht überliefert und liegt in mehreren, oft stark von einander abweichenden Recensionen vor¹, was für sein Alter spricht. Der älteste Commentator ist Bhāmaha, ein Kaschmirer, der auch Rhetor und Dichter war². Seine Zeit ist nur soweit zu bestimmen, dass er älter als Udbhaṭa ist, der unter König Jayāpīḍa von Kaschmir (779—813 n. Chr.) lebte und einen Commentar zu Bhāmaha's rhetorischem Werke schrieb³. Bhāmaha's Commentar führt den Titel Manoramā⁴; er fehlt zu Pariccheda 12. Zweifellos hat Bhāmaha Vr. mitunter falsch verstanden. Den schlagendsten Beweis dafür liefert 4, 14⁵. Unsicher bleibt auch, ob er immer richtig die Gaṇas⁶ im Sinne Vr.'s aufgelöst hat. Man muss also streng zwischen Sūtra und Commentar scheiden, und dies ist in der Grammatik durchweg geschehen. Über die Quellen Bhāmaha's können uns nur zusammenhängende Citate aufklären. Solche gibt er zu Vr. 8, 9; 9, 2. 4—7. 9—17; 10, 4. 14; 11, 6. Davon ist 9, 2 huṃ sāhasu⁷ sabbhāvaṃ = H. 453 (vgl. die v. l.), wo keine Handschrift huṃ hat. Nach Bhuvanapāla (IS. 16, 153) ist der Dichter dieser Strophe Viṣṇunātha. 9, 9 kino dhuvasi ist = H. 369, auch von Hc. 2, 216 citirt und nach Bhuvanapāla (IS. 16, 120) von Devarāja. Die übrigen kann ich nicht nachweisen; die Beispiele 10, 4. 14 werden aus der Bṛhatkathā stammen. In 9, 4 wird auf die Gāthās im allgemeinen verwiesen. Ein jüngerer Commentar ist die Prākṛtamañjarī, deren unbekannter Verfasser (vgl. § 32 Anm. 2) in Versen schreibt und offenbar Südinder war. Die von mir benutzte, in Malayāḷamcharakter geschriebene Handschrift der Royal Asiatic Society in London⁸ ist lückenhaft und reicht nur bis Vr. 6, 18. Der Verfasser hat offenbar Bhāmaha gekannt. Beide stimmen in den Beispielen meist überein, doch ist der Anonymus oft kürzer als Bhāmaha, fügt aber zuweilen auch einzelnes hinzu; sein Text des Vr. weicht von COWELL'S Text mehrfach ab⁹. Der Commentar ist ohne grossen Wert.

Cites (3)