Grammatik der Prakrit-Sprachen c2.s2.48
Grammatik der Prakrit-Sprachen c2.s2.48
- Language
- German
c2.s2.48
§ 37. Unbestimmt ist die Zeit des Kramadīśvara. Man pflegt ihn zwischen Hemacandra und Bopadeva zu setzen. ZACHARIAE¹ bemerkt aber mit Recht, dass es sich nicht beweisen lässt, dass Kī. später als Hc. gelebt habe, und dass sich ebensowenig Gründe beibringen lassen für die an sich unwahrscheinliche Annahme, dass Kī. vor Hc. seine Grammatik geschrieben habe. Kī. hat seine Grammatik, den Saṃkṣiptasāra, wie Hc., in acht Capitel (Pāda) geteilt, deren letztes (Prākṛtapāda) das Pkt. behandelt. Auch dies stimmt zu Hc. Aber im Übrigen haben beide Grammatiker nichts gemein. Anordnung des Stoffes, termini technici u. s. w. sind durchaus verschieden². Für ein höheres Alter des Kī. spricht, dass seine Citate in der Sktgrammatik nicht über das Ende des 8. oder den Anfang des 9. Jahrhunderts n. Chr. hinausreichen. Der späteste Autor, den er citirt, ist Murāri³, von dem wir jetzt wissen, dass er älter ist, als Ratnākara, der Dichter des Haravijaya⁴, der um die Mitte des 9. Jahrhunderts lebte. Für ein jüngeres Alter dagegen spricht, dass Kī., wie die späteren Grammatiker, viel mehr Dialekte nennt als Hc. Über Kī. hat zuerst LASSEN, Inst. p. 15 ff. 393. 440 ff. 449 ff., Appendix 39—58 ausführliche Mitteilungen gemacht; den Abschnitt über die Wurzeln hat DELIUS herausgegeben: Radices Pracriticae (Bonnae ad Rhenum 1839) p. 10—12. Eine vollständige Ausgabe des Prākṛtapāda soll RĀJENDRALĀLA MITRA in der Bibliotheca Indica veröffentlicht haben⁵. Diese habe ich mir nicht verschaffen können. Mir liegen vor p. 17—24 des Textes, p. 141—172 ein Wortverzeichnis von bhāduko bis saddāviadi reichend⁶ und p. 1—8 der englischen Übersetzung. Nach den Proben zu urteilen, ist die Ausgabe sehr schlecht. Eine neue Ausgabe des 8. Pāda erschien Calcutta 1889. Ich verdanke sie BLOCH'S Güte und habe nach ihr citirt. Sie ist sehr schlecht, so dass ich beständig die Auszüge bei LASSEN zu Rate gezogen habe. Kī. schliesst sich eng an Vr. an, hat aber, wie die Übersicht bei LASSEN, Inst. App. p. 40 ff. am besten zeigt, einzelne Abweichungen, die auf andere Quellen weisen, wie er ja auch im Gegensatze zu Vr. den A. behandelt. Kī. hat zum Saṃkṣiptasāra einen eigenen, kurzen Commentar geschrieben. Eine Bearbeitung und Erweiterung desselben ist die Rasavatī des Jūmaranandin⁷. Ein zweiter Commentar zum Prākṛtapāda allein ist die Prākṛtadīpikā des Caṇḍīdevaśarman⁸. Als einen dritten nennt RĀJENDRALĀLA MITRA eine Prākṛtapādaṭīkā des Vidyāvinoda »son of Nārāyaṇa, grandson of Vāṇeśvara, and great grandson of Jaṭādhara«. Ihm schliesst sich an AUFRECHT¹⁰, der aber den Verfasser, wie schon früher¹¹, Nārāyaṇa Vidyāvinodācārya nennt. Ich habe die Oxforder Handschrift benutzt, aber zu einer Zeit, als der Saṃkṣiptasāra noch nicht gedruckt vorlag¹². Aus der Einleitung, die RĀJENDRALĀLA MITRA nach einer besseren Handschrift als AUFRECHT abgedruckt hat, scheint sich in Verbindung mit den Unterschriften der einzelnen Capitel und dem Kolophon zu ergeben, dass der Verfasser Vidyāvinodācārya hiess, und dass er ein älteres Werk des Nārāyaṇa, des Sohnes des Bāṇeśvara, der ein Sohn des Jaṭādhara war, dessen Bruder vielleicht Sumeru hiess, bearbeitet hat. Nārāyaṇa hatte ein grösseres Werk geschrieben, das von einem schlechten Menschen vernichtet worden war; das vorliegende Werk ist ein kurzer Auszug daraus von Vidyāvinoda¹³. Dass der Prākṛtapāda ein Commentar zu Kī. ist, wird in ihm selbst nirgends gesagt. In den Unterschriften heisst der Verfasser stets nur Vidyāvinodācārya und sein Prākṛtapāda schlechthin, so dass es mir zweifelhaft ist, ob die Angabe RĀJENDRALĀLA MITRA'S richtig ist. Der Verfasser folgt Vr. auf das allergenaueste, und sein Werk ist ohne jeden Wert.
Cites (2)
- Saṃkṣiptasāra (Jaumara)
- Haravijaya — Ratnākara, Sanskrit