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Grammatik der Prakrit-Sprachen c2.s2.68

Grammatik der Prakrit-Sprachen c2.s2.68

Language
German

c2.s2.68

§ 40. Für die Kenntnis der übrigen Dialekte ausser M. JM. AMg. JS. ist wichtig das Prākṛtasarvasvam des Mārkaṇḍeya Kavīndra. Ich habe dafür zwei MSS. benutzt. Das eine ist eine Palmblatthandschrift des India Office, Mackenzie MS. No. 70, foll. 88, Nāgarī-Schrift, auf dem Holzeinband vorn früher als Pimgalavyākaraṇa (Nāgarī-Schrift) und Pengala Prakrota Surva Bhala Vakaranah (römische Buchstaben) bezeichnet, eine Aufschrift, die jetzt verschwunden ist, hinten als Pengala praukrota Surva Bhausha Vyacaranum. Auf dem ersten Blatte steht in Nāgarī: śrī Rāmaḥ | Pimgalaprākṛtasarvasvabhāṣāvyākaraṇam. Das zweite ist die Oxforder Handschrift bei AUFRECHT, Cat. Oxon. p. 181 No. 412. Beide MSS. gehen auf dasselbe Original zurück und sind so sinnlos verderbt, dass sie nur zum Teil benutzt werden können. Es ist dies namentlich für Ś. sehr zu bedauern, da Mk. über Ś. ausführlicher ist als alle anderen Grammatiker, indem er den Unterschied zwischen M. und Ś. scharf hervorhebt. Citirt ist Mk. nach der Londoner Handschrift, die ich durch TAWNEY’S Güte nochmals in Halle benutzen konnte. Aus dem Kolophon der Handschriften, den AUFRECHT l. c. abgedruckt hat, ergibt sich, dass Mk. in Orissa unter der Regierung eines Mukundadeva sein Werk geschrieben hat. AUFRECHT vermutet, dass damit die Mukundadeva gemeint ist, der nach STERLING 1664 geherrscht hat. Sicher lässt sich das nicht sagen. Ausser Śakalya, Bharata, Kohala, Vararuci, Bhāmaha (§ 31—33), erwähnt Mk. in der Einleitung als seine Quelle noch Vasantarāja. Damit ist gemeint der Verfasser der Prākṛtasamjīvanī, die nicht, wie COWELL¹ und AUFRECHT² annehmen, ein Commentar zu Vr. ist, sondern ein selbständiges Werk, das sich ganz an Vr. anlehnt. Citirt wird sie von Vāsudeva zu Karp. 9, 11 ed. Bombay: *tad uktaṃ Prākṛtasamjīvinyām | prākṛtasya tu sarvam eva saṃskṛtaṃ yoniḥ* (§ 1). Dass Vasantarāja identisch ist mit dem Könige Kumāragiri Vasantarāja³, dem Schwager des Kāṭayavema⁴, ist mir noch immer⁵ sehr wahrscheinlich, da dieser von Kāṭayavema als Verfasser eines Nāṭyaśāstra, des Vasantarājīyam⁶, genannt wird, so dass ihm die Beschäftigung mit dem Prākrit nahe lag. Von Kāṭayavema 'haben wir Inschriften aus den Jahren 1391, 1414 und 1416 n. Chr.⁷ Mk. ist also im Falle der Identität der beiden Vasantarāja jedenfalls jünger als das erste Viertel des 15. Jahrhunderts. Der Vasantarāja, der das Śākuna verfasste, ist mit HULTZSCH⁸ von dem Prākritgrammatiker zu trennen. Im Innern seines Werkes erwähnt Mk. noch Aniruddhabhaṭṭa, das Bhaṭṭikāvya, Bhojadeva, Daṇḍin, Hariścandra, Kapila, Piṅgala, Rājaśekhara, Vākpatirāja, die Saptaśatī, den Setubandha⁹. Der späteste datirbare Autor unter diesen ist Bhojadeva, der sein Rājamṛgāṅka genanntes Karaṇawerk um Śaka-saṃvat 964 = 1042-43 n. Chr. verfasste¹⁰. Mk. behandelt nach einer Einleitung über die Einteilung der Prākritsprachen, aus der in den vorhergehenden Paragraphen alles Wesentliche mitgeteilt worden ist, zuerst die M. in 8 Pāda (fol. 4ᵇ—65ᵇ). Dieser grösste Abschnitt schliesst sich an Vr. an und ist viel dürftiger als bei Hc., hat aber manches Selbständige. Dann folgt als 9. Pāda die S. in 9 Prakaraṇa (fol. 65ᵇ—72ᵇ), als 10. die Prācyā, als 11. die Āvantī und Bāhlīkī, als 12. die Mg., mit Erwähnung der AMg. (§ 3). Der ganze Abschnitt Pāda 9—12 führt den Titel Bhāṣāvivecanam. Es folgen in Pāda 13—16 die vibhāṣāḥ (§ 3), in 17. 18 der A., in 19. 20 die P. Ein Teil des Pāda 17 ist in Pāda 13 geraten, ohne dass die Zählung der Blätter dadurch berührt worden ist. Nächst S. ist A. am genauesten behandelt. Bei dem trostlosen Zustande der Handschriften ist es aber leider unmöglich, das wertvolle Material genügend auszunutzen.

Cites (8)