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Geschichte der indischen Litteratur v1.c7.s2.20

Geschichte der indischen Litteratur v1.c7.s2.20

Language
German

v1.c7.s2.20

Ein Glück für die junge Sprachwissenschaft und das damals und noch auf lange mit ihr verbundene Sanskritstudium war es, daſs der geistvolle, vielseitige und einfluſsreiche Wilhelm von Humboldt sich für diese Wissenschaften begeisterte. Im Jahre 1821 begann er Sanskrit zu lernen, da er — wie er einmal in einem Briefe an Aug. Wilh. von Schlegel²) schrieb — eingesehen hatte, »daſs ohne möglichst gründliches Studium des Sanskrit weder in der Sprachkunde noch in derjenigen Art Geschichte, die damit zusammenhängt, das mindeste auszurichten sei«. Und als Schlegel im Jahre 1828 einen Rückblick auf die indischen Studien warf, hob er es als ein besonderes Glück für die neue Wissenschaft hervor, daſs dieselbe »an Herrn Wilhelm von Humboldt einen warmen Freund und Gönner gefunden«. Schlegels Ausgabe der Bhagavadgītā hatte Humboldts Aufmerksamkeit auf dieses theosophische Gedicht gelenkt. Er widmete demselben eigene Abhandlungen, und an Fr. von Gentz schrieb er damals (1827): »Es ist wohl das Tiefste und Erhabenste, das die Welt aufzuweisen hat.« Und als er später (1828) dem Freund seine mittlerweile von Hegel rezensierte Schrift über die Bhagavadgītā zusandte, schrieb er, so gleichgültig ihn die Beurteilung von seiten Hegels lasse, so groſsen Wert lege er auf die indische philosophische Dichtung. »Ich las das indische Gedicht«, schreibt er, »zum erstenmal in Schlesien auf dem Lande, und mein beständiges Gefühl dabei war Dank gegen das Geschick, daſs es mich habe leben lassen, dieses Werk noch kennen zu lernen«.¹)

Cites (1)