Geschichte der indischen Litteratur v1.c7.s2.40
Geschichte der indischen Litteratur v1.c7.s2.40
- Language
- German
v1.c7.s2.40
Wenn man aber eine Vorstellung gewinnen will von den geradezu erstaunlichen Fortschritten, welche die Erforschung der indischen Litteratur in der verhältnismäſsig kurzen Zeit ihres Bestandes gemacht hat, so lese man den im Jahre 1819 von Aug. Wilh. von Schlegel geschriebenen Aufsatz »Ueber den gegenwärtigen Zustand der Indischen Philologie«, in welchem wenig mehr als ein Dutzend Sanskritwerke als durch Ausgaben oder Übersetzungen bekannt aufgezählt werden. Man werfe dann einen Blick in das im Jahre 1830 in St. Petersburg erschienene Buch von Friedrich Adelung: »Versuch einer Literatur der Sanskrit-Sprache«¹), in welchem bereits die Titel von über 350 Sanskritwerken angeführt werden. Man vergleiche damit Webers »Indische Literaturgeschichte«, welche im Jahre 1852 (nach einer ungefähren Schätzung) nahe an 500 Werke der indischen Litteratur bespricht. Und dann sehe man sich den in den Jahren 1891, 1896 und 1903 von Theodor Aufrecht herausgegebenen »Catalogus Catalogorum« an, welcher ein alphabetisches Verzeichnis aller Sanskritwerke und Autoren auf Grund der Durchforschung sämtlicher vorhandener Handschriftenverzeichnisse enthält. In diesem monumentalen Werke, an welchem Aufrecht über vierzig Jahre gearbeitet hat, sind die Kataloge der Sanskrithandschriften von allen gröfseren Bibliotheken in Indien und Europa verarbeitet, und die Zahl der vorhandenen Sanskritwerke beläuft sich nach diesem »Catalogus Catalogorum« auf viele Tausende. Und dabei schliefst dieser Katalog die ganze buddhistische Litteratur und alle nicht im Sanskrit, sondern in anderen indischen Sprachen abgefafsten Litteraturwerke nicht ein.