Pramāṇa · Search · About · API

Geschichte der indischen Litteratur v1.c7.s2.44

Geschichte der indischen Litteratur v1.c7.s2.44

Language
German

v1.c7.s2.44

So sehr ist aber die nach und nach bekannt gewordene indische Litteratur angewachsen, daſs es heutzutage kaum mehr möglich ist, daſs ein Gelehrter alle Gebiete derselben beherrscht, und daſs sich schon vor einigen Jahren die Notwendigkeit herausgestellt hat, in einem zusammenfassenden Werk einen Gesamtüberblick über alles zu geben, was in den einzelnen Zweigen der Indologie bisher geleistet worden ist. Der Plan zu diesem Werke, welches unter dem Titel »Grundriſs der indo-arischen Philologie und Altertumskunde« seit dem Jahre 1897²) erscheint, wurde von Georg Bühler, dem bedeutendsten und vielseitigsten Sanskritforscher der letzten Jahrzehnte, entworfen. Dreifsig Gelehrte aus Deutschland, Österreich, England, Holland, Indien und Amerika haben sich unter Bühlers Leitung — und nach dessen allzu frühem Tode unter der von Franz Kielhorn — zusammengetan, um die einzelnen Teile dieses Werkes zu bearbeiten. Das Erscheinen dieses »Grundrisses« ist zugleich das jüngste und erfreulichste Hauptereignis in der Entwicklungsgeschichte der Indologie. Wenn wir das Wissen über Indien und dessen Litteratur, welches in den fünfzehn Heften dieses »Grundrisses«, welche bis jetzt erschienen sind und noch nicht einmal die Hälfte des Ganzen ausmachen, niedergelegt sind, etwa mit dem vergleichen, was nur wenige Jahrzehnte vorher Lassen in seiner »Indischen Altertumskunde« über Indien zu sagen imstande war, so können wir mit berechtigtem Stolz auf die Fortschritte blicken, welche die Wissenschaft in einem verhältnismäſsig kurzen Zeitraum gemacht hat.