Geschichte der indischen Litteratur v1.c7.s3.9
Geschichte der indischen Litteratur v1.c7.s3.9
- Language
- German
v1.c7.s3.9
Es herrscht nur die äuſserste Gleichgültigkeit in bezug auf litterarisches Eigentumsrecht und die Geltendmachung desselben. Erst in den späteren Jahrhunderten kommt es vor, daſs Autoren ihren Namen mit groſser Umständlichkeit unter Anführung ihrer Eltern, Groſseltern, Lehrer und Patrone angeben und einige dürftige biographische Angaben über sich selbst machen. Die Verfasser astronomischer Werke pflegen dann wohl auch das genaue Datum des Tages, an welchem sie ihr Werk vollendet, anzugeben. Vom fünften Jahrhundert n. Chr. an geben uns endlich über die Zeit mancher Schriftsteller auch schon die Inschriften Aufschluſs. Und die Inschriften, mit deren Entzifferung in den letzten zwanzig Jahren groſse Fortschritte gemacht worden sind¹ — ein »Corpus Inscriptionum Indicarum« und die Zeitschrift »Epigraphia Indica« legen davon Zeugnis ab —, sind es, denen wir nicht nur bisher die sichersten Daten der indischen Litteraturgeschichte verdanken, sondern von denen auch noch die meisten Aufschlüsse über die bis jetzt ungelösten chronologischen Rätsel derselben zu erhoffen sind.